Neue Anlage: In der Stadtgärtnerei Bad Windsheim kann man bald zur Toilette gehen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 23.11.2025 19:00

Neue Anlage: In der Stadtgärtnerei Bad Windsheim kann man bald zur Toilette gehen

Ein Teil der Stadtgärtnerei im Kurpark wird abgerissen, der Wirtschaftstrakt allerdings wird zu Toiletten umgebaut. (Archivbild: Katrin Merklein)
Ein Teil der Stadtgärtnerei im Kurpark wird abgerissen, der Wirtschaftstrakt allerdings wird zu Toiletten umgebaut. (Archivbild: Katrin Merklein)
Ein Teil der Stadtgärtnerei im Kurpark wird abgerissen, der Wirtschaftstrakt allerdings wird zu Toiletten umgebaut. (Archivbild: Katrin Merklein)

Oft wurden sie gewünscht, nun sollen sie Wirklichkeit werden: Im historischen Teil des Bad Windsheimer Kurparks sollen Toiletten installiert werden.

Verwirklicht werden soll die Anlage auf dem Areal der bisherigen Stadtgärtnerei, deren Abbruch das Ratsgremium eigentlich schon beschlossen hatte. Die Idee dazu hatte Michael Bender, Bad Windsheims neuer Stadtbaumeister, der sie denn auch in der Sitzung des Stadtrates vorstellte.

Bender habe erkannt, dass es möglich wäre, am bisherigen Standort der Stadtgärtnerei einen Teil im Nordosten zu erhalten – ohne den Planungen für die Landesgartenschau 2027 in die Quere zu kommen. Im ehemaligen Topflager, in Garagen und einem Maschinenraum könne man mit einfachen Mitteln eine größere WC-Anlage verwirklichen. Zumindest im westlichen, historischen Teil des Kurparks würden so recht mittig Toiletten entstehen, weshalb sich das Gebäude für größere Veranstaltungen wie die LGS, aber auch für den Regelbetrieb eigne, erläuterte der Stadtbaumeister.

Mehr Toiletten als bei der Container-Lösung

Bender zeigte in der Sitzung einen Ausschnitt aus der bauzeitlichen Planung von 1962, unter anderem den Wirtschaftstrakt, der bestehen bleiben soll. Die derzeitige Vorplanung sieht acht Frauen-WCs, vier Männer-WCs, vier Urinale und ein Behinderten-WC vor. Letzteres sei unterkellert, dort sollen das Lager und die Technik Platz finden. Hans Wattenbach, Behindertenbeauftragter, bat darum, ein elektrisches Türöffnungssystem und ein Euroschlüssel-Schließsystem zu berücksichtigen. Die Toiletten-Idee, die seitens der LGS vorgeschlagen worden sei, so Bender, sah dagegen eine Container-Lösung mit weniger Kapazitäten am Spieleband vor.

Die Umgestaltung des Wirtschaftstraktes könnte bezüglich der Kosten sogar eine Ersparnis bedeuten. Bender rechnet derzeit mit Baukosten von 390.000 Euro, von denen 60 Prozent förderfähig wären. Keine Förderung gibt es für die Erschließungskosten von rund 10.000 Euro, sodass nach aktueller Kostenschätzung insgesamt noch rund 166.000 Euro zu tragen wären. Die Container-Lösung wiederum sei mit 330.000 Euro Baukosten veranschlagt, von denen ebenfalls 60 Prozent förderfähig seien. Hinzu kämen Erschließungskosten von 75.000 Euro, sodass noch 207.000 Euro zu berappen wären, führte Bender aus.

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Landesgartenschau-Konzept wird nicht gefährdet

Mit der Firma, die den Abbruch-Auftrag bereits erhalten hat, wurde gesprochen, so Bender. „Sie sind in der Lage, das sauber zu trennen.” Erhöhte Kosten würden nicht entstehen. Wichtig zu betonen war Bürgermeister Heckel zudem, dass das LGS-Konzept in keiner Weise gefährdet sei.

Matthias Oberth (SPD) sah in Benders Vorschlag eine „Königslösung”. Wolfgang Eckardt (FWG) merkte an, dass auch ein „teures Planungsbüro” auf diese Idee hätte kommen können. Georg Gerhäuser (CSU) wiederum bat darum, zu prüfen, ob verschiedene Förderprogramme des Freistaats kombiniert werden könnten.

Silke Städtler (Liste Land) betonte, dass man auch mögliche Folgekosten auf dem Schirm haben müsse und diese zuvor bedacht werden sollten. Das war auch Annette Wild (FWG) wichtig. Auch auf das Thema Vandalismus wurde hingewiesen. Heckel erklärte, dass nur ein Teil der WC-Anlage permanent geöffnet haben soll und der Rest bei Bedarf genutzt werden kann, so dass man in diesem Punkt direkt vorsorge.

Grundsatzbeschluss musste gefasst werden

Horst Allraun (CSU) und Gerhard Koslowski (WiR) merkten an, dass die WC-Anlage bislang seitens der LGS geplant gewesen sei und demnach dort auch ein Kostenpunkt vorgesehen sein müsse. Eine Gegenrechnung sei hier nötig, sollte die Anlage nun durch den städtischen Haushalt finanziert werden, meinte Allraun, der darum bat, die offenen Punkte zunächst zu prüfen und das Thema dann zu behandeln. „Der Grundsatzbeschluss, dass wir einen Teil stehen lassen wollen, muss heute fallen”, sagte Heckel.

Gegen die Stimme von Allraun beschloss der Rat schließlich, dass der Wirtschaftstrakt stehen bleiben soll. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Planungen zu verfolgen und den Aspekt der Förderungen zu klären. Das Projekt soll in die Haushalts-Beratungen für 2026 aufgenommen werden, zudem sollen noch Absprachen mit der LGS erfolgen.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin im Online-Team
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