Die Würfel sind gefallen. Oder – um es weniger nach Asterix klingen zu lassen – der Neustädter Stadtrat hat sich entschieden, wie die Fassade der Markgrafenhalle (MGH) künftig aussehen soll. Um es vorwegzunehmen: Man hofft auf ein spektakuläres Farbenspiel.
Cupral 917 heißt die Farbe, die künftig die Außenfassade der MGH zieren soll. Im künstlichen Licht des Sitzungssaals wirkte die Oberfläche der Platte rot, doch der hörbar euphorisierte Bürgermeister Klaus Meier versprach – je nach Lichteinfall – dass der Betrachter, abhängig von seinem Standort und seiner Bewegung einen faszinierenden Farbverlauf sehen werde. Gegenüber der FLZ beschrieb Bauamtsleiter Gerald Schorr besagten Verlauf als „von rot, orange bis hin zu goldgelb”.
Die Entscheidung war übrigens deutlich: Von 15 anwesenden Stadträten inklusive Bürgermeister entschieden sich im entscheidenden Wahlgang zehn für die Cupral 917-Variante, womit die zweite Option in der Stichwahl, eine silbergraue ins Bläuliche driftende Version, klar geschlagen wurde. Dem Publikum im Saal versicherte Alfred Tilz (FWG): „Man muss das bei Tag anschauen, das ist ein ganz anderer Eindruck.”
Auf diesen Eindruck wird die Öffentlichkeit allerdings noch eine Weile warten müssen. Die Fassadenarbeiten sind ebenso wie die Neugestaltung des Flachdachs erst für die Monate Februar bis April 2026 vorgesehen.
Vergeben wurden am Mittwochabend deshalb das Aufstellen eines Gerüstes (39.000 Euro) an eine Firma aus Sugenheim, die Demontage der bisherigen Fassade (158.200 Euro) an ein Unternehmen aus Pullenreuth, die Arbeiten für die Flachdachsanierung (neuer Dachaufbau als extensiv begrüntes Flachdach; 511.000 Euro) an eine Firma aus Diespeck und das schlussendliche Anbringen der neuen Alucobond-Platten durch einen auf Fassaden spezialisierten Anbieter aus Feucht für rund 351.000 Euro. Vor allem beim letztgenannten Auftrag spart die Stadt noch einmal kräftig, denn kalkuliert worden war mit rund 95.000 Euro mehr.
Wie aus den vergangenen Sitzungen bereits gewohnt, gab Frank Maes, beim städtischen Bauamt zuständig für die MGH-Sanierung, einen kurzen Abriss über den Stand der Arbeiten. Die Nachrichten klangen dabei nicht ganz so erfreulich wie in der jüngeren Vergangenheit, denn ausgerechnet jenes Unternehmen, das den Zuschlag für den sensiblen Bereich der hoch komplizierten Elektroarbeiten bekommen hatte, musste während der Arbeiten Insolvenz anmelden.
Man sei mit den Arbeiten deshalb rund vier Wochen in Verzug geraten, bekannte Maes, doch habe man es dank des Entgegenkommens der Landesbaudirektion und der Förderstelle immerhin vergleichsweise schnell geschafft, jenes Unternehmen, aus Diespeck, das seinerzeit den Zuschlag nur knapp verpasst hatte, mit der Fortführung der Arbeiten zu beauftragen.
Dies sei, so Maes, ungeheuer wichtig gewesen, denn „wenn kein Kabel verlegt werden kann, kann auch kein Trockenbau erfolgen”. Aber weil die so unverhofft doch noch zum Zuge gekommene Firma so schnell eingesprungen sei, könne man das gegenüber den Schulen und Vereinen abgegebene Versprechen glücklicherweise halten: „Ab dem 1. November wird die Halle für den Sportbetrieb nutzbar sein.” Zwar werde man noch verschiedene Restarbeiten zu erledigen haben, aber deren Löwenanteil liege im Keller, auf der Bühne und im Foyer.
Vergeben wurden übrigens auch notwendig gewordene Regiearbeiten (bis zu 238.000 Euro), Sanitärtrennwände (Firma aus Dietersheim; 37.000 Euro) und das Mobilair der Umkleidekabinen (Firma aus Kippenheim; 44.000 Euro).
Bei der Frage nach dem aktuellen Kostenverlauf klangen die Nachrichten dann schon wieder deutlich positiver: Momentan liege man bei den bisher vergebenen Gewerken um rund eine Million Euro unter der ursprünglichen Kalkulation – angesichts der Neustädter Kassenlage alles andere als „peanuts”. Allerdings bleibe abzuwarten, welche kleinen und großen Überraschungen der Neuaufbau der Bühnentechnik noch bereithalten werde, warnte Maes vor übertriebener Zuversicht: „Das kann den Puffer ganz schnell schmelzten lassen.”