Durch die beiden 4:2-Siege über Schweden in den Playoffs hat die deutsche Futsal-Nationalmannschaft zum ersten Mal den Einzug in die Eliterunde der WM-Qualifikation perfekt gemacht. Eine neue Herausforderung auch für den langjährigen Nationaltorhüter Philipp Pless aus Rothenburg.
Am 16. September bestreitet die Futsal-Nationalmannschaft in Chemnitz ihr Auftaktspiel gegen Kroatien. In einer Eliterunde wird entschieden, welche sieben europäischen Teams 2024 zur Weltmeisterschaft nach Usbekistan reisen dürfen. So weit war Deutschland zuvor noch nie gekommen. Unter den Top 20 in Europa warten nur harte Gegner.
Philipp Pless stand bereits 45 Mal für das DFB-Team zwischen den Pfosten. Auch mit seinem Bundesliga-Verein TSV Weilimdorf hat der gelernte Erzieher mehrere Erfolge zu verzeichnen.
Bereits zwei Meisterschaftstitel konnte der 32-Jährige holen und verhalf seinem Club so zur Teilnahme an der Champions League. Aktuell laufen die Vorbereitungen für die neue Bundesligasaison im September. Erster Gegner ist der Hamburger SV.
Der Verein aus dem Nordwesten Stuttgarts will nach zweimaligem Ausscheiden im Halbfinale nun endlich wieder ins Endspiel einziehen. Vergangene Saison unterlag man HOT 05 Futsal (Hohenstein-Ernstthal) mit 2:4 im Rückspiel, nach dem 2:2 im Hinspiel. „Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, aber müssen auf dem Niveau dann auch unsere Chancen nutzen“, so Pless im Rückblick, der mittlerweile im Social-Media-Bereich eines Sponsors des TSV Weilimdorf arbeitet.
Durch die Neuverpflichtung des serbischen Torhüters Miodrag Aksentijević erweitert der Verein seine Torwartriege um einen erfahrenen Spieler ganz besonderer Qualität. Der Serbe wird als einer der besten Keeper Europas gehandelt. Dennoch nimmt Pless die neue Konkurrenzsituation sportlich: „Ich weiß um meine Qualitäten und werde alles geben, um meinen Posten zu halten.“
Neben Kroatien, Fünfter der Europarangliste, trifft das DFB-Team (26.) in der WM-Quali auf die Slowakei (17.) und Frankreich (18.). „In dieser Runde gibt es nur noch Vollgranaten“, hebt der Nationaltorwart hervor, betont aber auch: „Wir müssen uns nicht verstecken.“ In den letzten Partien gegen die vermeintlich stärkere Slowakei konnte die DFB-Auswahl zwei Remis erkämpfen.
„Dass wir überhaupt in der Eliterunde stehen, ist für unser Team und den Futsal in Deutschland ein großer Erfolg“, so DFB-Trainer Marcel Loosveld in einer Verbandsveröffentlichung, „deshalb war schon vor der Auslosung für uns klar, dass jede Konstellation für uns eine Herausforderung sein wird.“
Lediglich der Gruppensieger sichert sich den Einzug in die Endrunde der WM. Für die vier besten Zweitplatzierten aus insgesamt fünf Gruppen geht es darum, in einer Play-off Runde die verbliebenen zwei Tickets nach Usbekistan einzulösen. Für das deutsche Team ist dies seit der Gründung im Jahr 2016 die erste Teilnahme an der Eliterunde.