„Theater fängt schon vor der Vorstellung an”, sagt Jasmin Meindl. Die Intendantin des Landestheaters Dinkelsbühl freut sich deshalb, dass sich der Künßberggarten, in dem die Freilichtbühne steht, optisch in einem neuen Kleid präsentiert. Und wiederentdeckt hat sie den Wehrgang, der durch die Kulissen auf der Bühne blitzt.
Der gastronomische Teil des Theaterbetriebs findet im Sommer vor und im Erdgeschoss des Warnecke-Hauses statt. Die Theke wurde in typisch schwedischem Rot gestrichen, im Gewölbe des Gebäudes stehen jetzt Tische und Stühle. „Die haben wir aus der Bar Maria im Theater im Spitalhof hierher umgezogen”, erzählt Jasmin Meindl. Die neuen Sitzgelegenheiten werden vom Theaterpublikum gerne angenommen, berichtet sie.
Weil im Sommer die Menschen gerne draußen sitzen, nicht nur im Theater, gibt es seit dieser Spielzeit auch eine kleine Gartenwirtschaft zwischen dem Warnecke-haus und der Stadtmauer. Üppige Pfingstrosen blühen hier und auf den Biertischen stehen kleine Lavendeltöpfchen. Dieses lauschige Plätzchen sei bei den Theaterbesucherinnen und -besuchern sehr beliebt, freut sich die Intendantin, die erzählt, dass die Brauerei Hauf das Mobiliar besorgt habe.
Überhaupt: An allen Ecken und Enden des Freilichttheaters blüht es jetzt in Blumenkästen und -kübeln. Ein Zitronenbäumchen sorgt für mediterranes Flair. Das Team des städtischen Bauhofs statte den Künßberggarten mit allerlei Pflanzen aus, freut sich Meindl, die voll des Lobes für die Hilfsbereitschaft ist.
Dass die Dinkelsbühlerinnen und Dinkelsbühl sich mit „ihrem” Theater verbunden fühlen, zeigt sich auch daran, dass sie dafür spenden. So laden Korbmöbel aus einem privaten Hausstand jetzt in einem Pavillion im Künßberggarten zum Verweilen ein.
Der Wehrgang der Stadtmauer ist nur noch an wenigen Stellen vorhanden. Ein Bereich ist der Künßberggarten. Dieses historische Teil des Dinkelsbühler Verteidigungswalls ist von der Tribüne aus wieder sichtbar, auch wenn davor Theater gespielt wird. Im Stück „Kohlhiesls Töchter” ist der Wehrgang sogar Auftrittsort der Blaskapelle. Weil das aufgebrochene Bühnenbild auch einige Tücken für die Inszenierungen birgt, sei viel ausprobiert worden, erklärt die Intendantin. „Wir haben viel gelöst”, freut sie sich.
Mit dem Beginn der Sommerfestspiele 2026 ist die Intendantin sehr zufrieden: „Die Resonanz ist gut”, meint sie. Das Ensemble harmoniere. Und: „Das Theater passt zur Mentalität der Stadt”, ist sie überzeugt.