Neuendettelsau zur Kommunalwahl 2026: Dreikampf ums Bürgermeister-Amt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 25.02.2026 18:14

Neuendettelsau zur Kommunalwahl 2026: Dreikampf ums Bürgermeister-Amt

Andreas Götz, Christoph Schmoll und Theresa Korn wollen ins Bürgermeister-Amt von Neuendettelsau. (Fotos: Raphael Rother, Alexander Biernoth, Kathrin Halter)
Andreas Götz, Christoph Schmoll und Theresa Korn wollen ins Bürgermeister-Amt von Neuendettelsau. (Fotos: Raphael Rother, Alexander Biernoth, Kathrin Halter)
Andreas Götz, Christoph Schmoll und Theresa Korn wollen ins Bürgermeister-Amt von Neuendettelsau. (Fotos: Raphael Rother, Alexander Biernoth, Kathrin Halter)

Belebung des Ortskerns, Schulneubau, Wohnraum: Mit ähnlichen Schwerpunkten wollen die drei Kandidierenden für den Chefsessel im Rathaus die Entwicklung von Neuendettelsau vorantreiben. Neben Amtsinhaber Christoph Schmoll stellen sich Theresa Korn und Andreas Götz am 8. März zur Wahl.

61,9 Prozent der Stimmen vereinte Bürgermeister Christoph Schmoll (SPD) bei der Kommunalwahl 2020 auf sich und setzte sich so gegen Andreas Steinbauer von der CSU durch. Seitdem sind sechs Jahre vergangen. Die Lust und die Leidenschaft für das Amt des Bürgermeisters sind nach dieser Zeit noch nicht erloschen, wie Schmoll gegenüber der FLZ sagt.

Die konzeptionelle Arbeit ist abgeschlossen

Das ist einer der Gründe, warum Schmoll für eine zweite Amtszeit kandidiert. Ein weiterer Grund: Für ihn war relativ klar, dass er mindestens zwei Wahlperioden auf dem Chefsessel im Rathaus braucht: eine Periode, um die Projekte vorzubereiten, und eine zweite Periode, um die Maßnahmen abzuarbeiten. Außerdem ist er ein Freund von Kontinuität. Ständige Wechsel seien nicht gut für die Entwicklung einer Kommune, betont er.

Die konzeptionellen Arbeiten, etwa die Planung für den Neubau der Grund- und Mittelschule oder das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), sind weitestgehend abgeschlossen. „Jetzt können wir in die konkrete Umsetzung gehen”, sagt Schmoll. Für den Amtsinhaber haben vier Projekte absolute Priorität in der kommenden Wahlperiode. So soll einerseits der Schulbau so weit wie möglich abgeschlossen werden. Andererseits geht es um das Schaffen von Wohnraum. Hier liegt der Fokus auf dem Gebiet „Oberer Schaltengarten”.

Zudem muss laut Schmoll ein neues Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Nach derzeitigem Stand ist das beim Ortsteil Aich. „Ich habe noch keine bessere Alternative gehört oder gefunden.” Und zu guter Letzt geht es um das ISEK. Hier hofft Schmoll, dass das Gemeindezentrum in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde St. Nikolai bis 2028 bezugsfertig ist und auch schon mit den Planungen für das Löhehaus und einen Dorfplatz begonnen werden kann. Ein straffes Pensum, dessen ist sich der Bürgermeister bewusst.

Theresa Korn: „Ich brenne für meinen Ort”

Die Entscheidung, als Bürgermeisterkandidatin anzutreten, hat sich Theresa Korn (CSU) reiflich überlegt. „Ich brenne für meinen Ort”, betont sie. „Wir haben ganz viel Lebensqualität in Neuendettelsau.” Als Bürgermeisterin will sie diese Lebensqualität sichern und weiter ausbauen. „Ich möchte gerne Verantwortung übernehmen.”

Was es bedeutet, für eine Kommune Verantwortung zu übernehmen, hat sie am eigenen Leib miterlebt. Immerhin war mit Gerhard Korn zwölf Jahre lang ihr Vater als Bürgermeister von Neuendettelsau aktiv. Ähnlich wie Schmoll legt sie ihren Fokus auf die Realisierung des Schulneubaus – „ein Herzensprojekt von mir” – und das Schaffen von neuem Wohnraum sowie weitere Flächen für die Entwicklung der Gemeinde. Grundsätzlich will sie „viele Dinge erst abschließen, bevor wir neue Projekte starten”.

Als Kritik am amtierenden Bürgermeister will sie diese Aussage allerdings nicht verstanden wissen. „Ich weiß nicht, wie ich entschieden hätte, wenn ich an Schmolls Stelle gewesen wäre.” Ein weiterer Wunsch der Kandidatin, die sich selbst als entscheidungsfreudig, anpackend und gerne gestaltend beschreibt, ist es, mehr Effizienz und Klarheit in die Gemeindepolitik zu bringen.

Die Neuendettelsauer sollten eine Wahl haben

Auch das Thema Diakoneo hat sich Korn für den Fall eines Wahlsieges auf die To-do-Liste gesetzt. Neuendettelsau sei von der Diakonie geprägt, hält sie fest. Diakoneo sei in der Vergangenheit immer ein verlässlicher Partner gewesen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten will sie versuchen, dass dies auch in Zukunft wieder der Fall ist.

„Ich bin ein überzeugter Demokrat”, sagt Andreas Götz, Bürgermeisterkandidat der Grünen, über sich selbst. Das ist einer der Gründe, warum er sich dazu entschieden hat, für den Chefposten im Rathaus zu kandidieren. „Die Neuendettelsauerinnen und Neuendettelsauer sollen wirklich eine Wahl haben.” Der Hauptgrund ist nach seinen Worten aber die tiefe Verbundenheit zur Gemeinde.

Durch seine beruflichen Erfahrungen, Götz ist gelernter Verlagskaufmann, war Projektleiter und ist mittlerweile im Controlling aktiv, bringt er nach eigener Einschätzung alles mit, um ein guter Bürgermeister zu sein. Er nennt unter anderem das schnelle Einarbeiten in Projekte und das Zusammenbringen von Menschen als Stärken.

Mehr Transparenz in der Kommunikation

Die Belebung und Weiterentwicklung des Ortskerns, der Klimaschutz oder auch das Thema Wohnen hat sich Götz auf die Fahnen geschrieben. Es gehe darum, die Gemeinde auf die Zukunft vorzubereiten, legt er dar. Bei der Belebung des Ortskerns setzt er durchaus Hoffnungen in das ISEK. Sein Traum wäre ein fester und größerer Standort für den „gut laufenden Bürgertreff” und ein Raum für Vereine. Beim Thema Wohnen müsse man auch über neue Formen nachdenken. Als Stichwort nennt Götz das Generationenwohnen.

Aus seiner Sicht braucht es auch eine bessere und transparentere Kommunikation nach außen. Er denkt da an öffentlich zugängliche und ausführliche Protokolle der Gemeinderatssitzungen oder auch daran, dass Bürgerinnen und Bürger die Sitzungsunterlagen einsehen können. So will er verhindern, dass der Eindruck entsteht, dass in der Gemeinde nichts vorangeht, „obwohl im Hintergrund ganz viel passiert”.

Die Wahl in
Neuendettelsau

  • Bürgermeister-Kandidierende
    Christoph Schmoll (SPD)
    Theresa Korn (CSU)
    Andreas Götz (Grüne)
  • Amtsinhaber seit 2020
    Christoph Schmoll (SPD)
  • Listen für den Gemeinderat
    CSU
    SPD
    Unabhängige Wähler
    Grüne
  • Bisherige Sitzverteilung im
    20-köpfigen Gemeinderat

    CSU: 6 Sitze
    SPD: 6 Sitze
    Grüne: 4 Sitze
    Unabhängige Wähler: 3 Sitze
    Fraktionslos: 1 Sitz


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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