Seit sechs Monaten rollen die Bagger über das Industriegelände in Lichtenau nahe der Autobahnauffahrt der A6. Nun stehen die ersten Gebäudestrukturen des neuen Logistikzentrums von Van Wylick. Am Donnerstag feierte die Gemeinde gemeinsam mit Investierenden und Organisierenden das Richtfest.
Van Wylick beliefert ausschließlich Aldi-Märkte. Die Logistikhallen sind für den Obst- und Gemüse-Nachschub des Discounters in der Region verantwortlich.
Den Auftakt der Feier machte Reinhard Hahn von DFI Düsseldorf – das Unternehmen ist auf die Entwicklung von Gewerbe-Immobilien spezialisiert. Hahn dankte allen beteiligten Bauarbeitern und Organisatoren. Auch blickte er auf die vergangenen Monate zurück und fasste die Herausforderungen seit Baubeginn im Jahr 2023 zusammen.
Zu Beginn der Bauarbeiten hoben die Verantwortlichen den ersten Meter Boden aus und begleiteten die Arbeiten mit einem Archäologen. Sie prüften, ob sich Spuren der Kelten aus der Zeit vor rund 4000 Jahren finden ließen, erzählte Hahn. Zudem bereitete die Hanglage des Geländes Probleme. Die Verantwortlichen stimmten sich deshalb eng mit dem Wasserwirtschaftsamt ab. Auch die Planung der Kühlzonen habe besondere Sorgfalt erfordert.
Im September 2025 erfolgte der Spatenstich. In den darauffolgenden Monaten unterbrachen starke Regenfälle und die Schneeschmelze die Arbeiten, so Hahn. Dennoch errichteten die Bauarbeiter die Grundmauern.
Wegen der wetterbedingten Unterbrechungen verschoben die Bauherren den Zeitplan. Statt wie ursprünglich vorgesehen im ersten Quartal 2026 soll das Gebäude nun im September 2026 fertiggestellt werden, informierte Johann Braun von der Baufirma Max Bögl.
Durch den Neubau entstehen rund 100 Arbeitsplätze. Das Unternehmen führte bereits Bewerbungsgespräche und schloss erste Arbeitsverträge ab, teilte Bastian Haupts von Van Wylick mit. Die Beteiligten sehen darin einen Gewinn für die Region und neue Perspektiven für die Bevölkerung.
Auf die Nachhaltigkeit des Gebäudes verwies Bürgermeister Markus Nehmer. Die Planer richteten das Logistikzentrum auf moderne Energieeffizienz und Ressourcenschonung aus. Auch Reinhard Hahn weist darauf hin. Im Sommer sollen die Kühlhallen zu 80 Prozent mit Strom aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt werden. Zusätzlich erhält das Gebäude eine Fassadenbegrünung. Als Reaktion auf die starken Wassermengen installierten die Verantwortlichen außerdem ein Wasserrückhaltebecken.