Unverpackt-Läden haben es in den aktuellen Krisen oft noch schwerer als konventionelle Einkaufsmärkte. Ein neues Konzept soll „Ansbach unverpackt“ langfristig sichern. Aber auch eine solidarische Gemeinschaft, in der Menschen sich nachhaltig bilden können, ist das erklärte Ziel.
„ANpackerIN“ hat Sarah Robinson die künftigen Mitglieder getauft, worüber sie kurz etwas schmunzelt. „Man muss ja etwas provozieren, um ins Gespräch zu kommen.“ Unverpackt-Läden begreifen sich oft als Ideenwerkstätten, die abseits von Großkonzernen und Konsum-Mainstream neue Wege für Nahversorgung und Wirtschaft bahnen.
So auch der dreieinhalb Jahre alte Laden von Robinson. Gleichzeitig sind sie noch mehr von den aktuellen Krisen betroffen als die etablierten Einzelhändler, erklärt sie. „Wir wollen und können ja nicht einfach billigere Produkte auf Menge kaufen und verramschen.“ Der Laden konzentriert sich möglichst auf regionale, lokale Produkte. Bei Importen ist das Ziel, sozial gerechte Bedingungen in den Herkunftsländern zu schaffen.
Um das auf lange Sicht vereinen zu können, will der Laden ab April eine Art freiwilliges Abo-Modell anbieten. Dabei verpflichten sich die Mitglieder, einen Grundbeitrag zwischen 45 und 120 Euro zur Verfügung zu stellen, der dann als Gutschein einlösbar ist. Das klinge erstmal nach viel, doch jeder gebe ja sowieso vieles monatlich für die eigene Versorgung mit Lebensmitteln, Kosmetik oder Reinigungsmitteln aus, die es im Laden zu kaufen gibt. „Damit können wir dann besser bestellen.“
Wer mehr geben möchte, kann mehr geben, ebenfalls einlösbar oder „solidarisch“ als Förderung. Wer gar kein Mitglied werden möchte, kann weiterhin ganz normal im Laden einkaufen. Wenn 60 Prozent der Betriebskosten durch die Monatsbeiträge gedeckt werden können, dann werden laut Vertrag Rabatte für die Mitglieder eingeführt.
Es soll auch Mitgliedsabende geben, Workshops zum Thema Nachhaltigkeit. „Eine Gemeinschaft, die zusammenwächst.“ Derzeit schließen in etwa so viele Unverpackt- Läden, wie neue aufmachen, sagt sie weiter. „Kein Rettungsanker“ sei allerdings das Konzept für den Ansbacher Laden. „Unsere wirtschaftliche Lage bricht nicht zusammen, wenn das jetzt nicht sofort funktioniert.“
Für das Konzept hatte das vierköpfige Unverpackt-Team zwei Workshops mit Stammkunden gegeben und einen Unternehmensberater mit ins Boot geholt. In Mittelfranken gebe es ein solches Konzept noch nicht; sieben Läden seien ihr bundesweit bekannt, erklärt Sarah Robinson.