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Veröffentlicht am 06.07.2026 00:05, aktualisiert am 06.07.2026 00:34

Sohn trommelt, Papa tanzt: Haaland wirft Brasilien raus

Enges Duell in East Rutherford - hier zwischen Gabriel (l.) und Erling Haaland. (Foto: Tom Weller/dpa)
Enges Duell in East Rutherford - hier zwischen Gabriel (l.) und Erling Haaland. (Foto: Tom Weller/dpa)
Enges Duell in East Rutherford - hier zwischen Gabriel (l.) und Erling Haaland. (Foto: Tom Weller/dpa)

Erling Haaland gab an der Trommel den Ruder-Rhythmus für die euphorisierten Fans vor, Papa Alf-Inge tanzte in der VIP-Loge ausgelassen zum Welthit „Take on me“: Norwegens Fußball-Märchen geht dank seines Stürmerstars weiter, der Titel-Traum von Rekordweltmeister Brasilien hingegen ist wieder mal geplatzt.

Die Skandinavier bezwangen die Südamerikaner durch zwei späte Tore von Erling Haaland in der 79. und 90. Minute mit 2:1 (0:0) und stehen erstmals in ihrer Historie in einem WM-Viertelfinale. Altstar Neymar (90.+10) verkürzte in der Nachspielzeit per Foulelfmeter.

„Es gab schon einige Höhepunkte in diesem Turnier von mir. Das war heute ein weiterer Höhepunkt. Wenn ich eine oder zwei Chancen habe, denn treffe ich meistens. Das ist einfach das, was ich mache“, sagte Haaland.

Für den 25-Jährigen, den früheren Bundesliga-Profi von Borussia Dortmund, waren es bereits die Turniertore sechs und sieben. Brasilien indes muss nach dem Achtelfinal-Aus - dem frühesten seit 36 Jahren - vor 80.663 Zuschauern in East Rutherford mindestens vier weitere Jahre auf den ersten Titel seit 2002 warten.

Wilde Anfangsphase im Final-Stadion

Es war das erwartet enge Duell im Final-Stadion dieser WM - und es ging direkt mit zwei Aufregern los. Patrick Berg traf nach nicht einmal drei Minuten zum vermeintlichen 1:0 für Norwegen, der frühere Leipziger Alexander Sörloth hatte zuvor aber im Abseits gestanden. Den vielen Brasilien-Fans war der Schreck in die Glieder gefahren - und nur kurz später wurden sie wieder emotional.

Nach einem klaren Foul von Norwegens Verteidiger Kristoffer Ajer an Matheus Cunha gab es Elfmeter für die Südamerikaner. Dass der amerikanische Schiedsrichter Ismail Elfath nicht direkt, sondern erst nach einem Hinweis des Videoassistenten auf Strafstoß entschied, verwunderte.

„Ich finde, dass die Entscheidungsqualität der Schiedsrichter auf dem Platz nachlässt“, sagte Ex-Bundesliga-Referee Patrick Ittrich als Experte bei MagentaTV. Er verwies aber auch darauf, dass die Videoassistentin ein vorangegangenes Foul an Norwegens Antonio Nusa dem 44-jährigen Elfath nicht gezeigt habe. Es hätte also gar nicht zur Elfer-Szene kommen dürfen.

Nyland nicht nur beim Elfer zur Stelle

Die Brasilianer ließen die große Chance zur Führung ohnehin liegen. Bruno Guimarães scheiterte nach verzögertem Anlauf am ehemaligen Leipziger Torwart Örjan Nyland (14.). Der 35-Jährige parierte auch später noch mal stark gegen Vinícius Júnior (40.), einem der bis dahin auffälligsten Brasilianer.

Von Norwegens Stürmerstar Haaland war vor den Augen von Erbprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus lange nichts zu sehen. Dafür hatte Kapitän und Mittelfeldchef Martin Ödegaard in der Nachspielzeit der ersten Hälfte eine Topchance - und scheiterte an Keeper Alisson.

Fan-Lieblinge Endrick und Neymar kommen

Je länger die Partie dauerte, desto spannender wurde sie. Brasiliens Toptalent Endrick tauchte nur kurz nach seiner Einwechslung gefährlich vor dem Tor auf, schob den Ball aber links vorbei (59.). Etliche Fans der Seleção würden den 19-Jährigen gern auch mal in der Startelf sehen. Bisher blieb Endrick bei dieser WM unter Trainer Carlo Ancelotti aber nur die Jokerrolle.

Nachdem auf der Gegenseite auch die Norweger mal wieder gefährlich geworden waren und Haaland den Ball nur knapp verpasst hatte (67.), brachte Ancelotti auch Altstar Neymar - noch so ein Publikumsliebling der Brasilianer.

Doch Haaland stahl ihm die Show. Nach einer Flanke von Andreas Schjelderup traf der Stürmer von Manchester City zum 1:0 - und die Brasilianer ins Mark. Kurz vor Beginn der Nachspielzeit zog Haaland von der Strafraumgrenze ab und der Ball schlug in der langen Ecke ein.

© dpa-infocom, dpa:260705-930-338620/2


Von dpa
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