Trainer Miroslav Klose bemühte sich nach dem nächsten Dämpfer seines 1. FC Nürnberg um einen positiven Kommentar. Nach dem 1:1 (1:0) in der 2. Bundesliga bei Abstiegskandidat Arminia Bielefeld sagte der Coach: „Das Spiel hatte das, was wir alle lieben.“ Klose sah nach eigenen Angaben viele Zweikämpfe, aber auch guten Fußball. „In Bielefeld muss man erst mal überstehen, deshalb Kompliment an meine Mannschaft und an die Fans, die eine richtig gute Stimmung gemacht haben“, sagte der Ex-Weltmeister.
Ganz zufrieden sein konnten die Franken freilich nicht mit der Leistung und vor allem der Ausbeute auf der Bielefelder Alm - es war das dritte sieglose Spiel nacheinander. Der „Club“ verpasste durch das Remis, die ominöse 40-Punkte-Marke im Kampf um den Klassenverbleib zu knacken. Nürnberg hat zwar weiter einen komfortablen Vorsprung auf die Abstiegszone und ernsthafte Sorgen macht sich beim FCN in der 2. Liga kaum noch wer.
Kloses Team aber ist weiterhin nicht in Lage, auch gegen einen limitierten Gegner über 90 Minuten eine souveräne Leistung zu zeigen. Mohamed Ali Zoma sorgte schon in der 8. Minute für die Führung. Doch statt nachzulegen und den Sieg festzumachen, fingen sich die Franken in der 81. Minute den Ausgleich ausgerechnet durch den früheren FCN-Profi Tim Handwerker.
„Wir haben in der ersten Halbzeit sehr aufmerksam verteidigt, hätten aber das zweite Tor machen müssen“, haderte Kapitän Fabio Gruber. Auch der Ausgleich und wie dieser zustande kam, nervte die Nürnberger. „Das Freistoßtor war natürlich unnötig, weil der Ball durch die Mauer geht. Die Mauer darf natürlich nicht aufgehen. Sie muss sich da einfach anschießen lassen“, sagte Torhüter Jan Reichert. Gruber hatte seinen Platz verlassen, so ging die Lücke auf.
Zu allem Nürnberger Überfluss ging auch der letzte Versuch, doch noch mit drei Punkten aus Ostwestfalen abzureisen, kläglich schief. Der für den früh verletzten Stürmer Zoma in die Partie gekommene Rafael Lubach vergab in der Nachspielzeit alleinstehend aus kurzer Nähe vor dem leeren Tor.
Nun gilt es, das Fußballjahr nicht nur noch austrudeln zu lassen - zumal mit dem Frankenderby in zwei Wochen bei den abstiegsgefährdeten Fürthern noch ein großer Höhepunkt ansteht. „Es gilt weiter dranzubleiben“, mahnte Torhüter Reichert vor dem nächsten Heimspiel am Sonntag gegen Magdeburg.
Der SCM kämpft gegen den Abstieg und reist als Außenseiter in das Max-Morlock-Stadion. Doch das muss nichts heißen: Die jüngsten Nürnberger Punktverluste in Braunschweig (1:1), gegen Dresden (0:2) und nun in Bielefeld kamen alle gegen Teams zustande, die in der Tabelle hinter dem FCN stehen.
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