Am Marktplatz zogen sie bewundernde Blicke auf sich, um anschließend in angemessenem Tempo durch schöne Landschaft bewegt zu werden. Rund 100 Oldtimer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bildeten bei dem vom Allgemeinen Schnauferl-Club (ASC) organisierten Event ein eindrucksvolles Teilnehmerfeld.
Jürgen Klatte, Präsident des ASC-Landesgruppe Nordbayern, äußerte sich zum Auftakt erfreut über die „tolle Stimmung” und das gute Wetter: „Ich bin mir ganz sicher, dass alle etwas ganz Besonderes aus unserer schönen Stadt mitnehmen“, so Klatte weiter. Beim Start zur Rallye hatte er die wichtige repräsentative Aufgabe, die Fahne für jedes Auto zu schwenken und allen Fahrerinnen und Fahrern eine pannenfreie Ausfahrt zu wünschen.
Details zu den Fahrzeugen bekam das Publikum von Johannes Hübner präsentiert. Auf einige herausragende und besonders wertvolle Karossen sei besonders zu achten, betonte er. Pünktlich um 9 Uhr war es so weit: Mit der Startnummer 1 fuhr der erste Oldtimer über den Marktplatz Richtung Startlinie, laut Hübner ein Oldsmobile Curved Dash mit einem Zylinder und 1600 Kubikzentimetern aus dem Jahr 1902. Die Eheleute Jocelyne und Andreas Melkus waren mit ihrem wertvollen Oldtimer aus Österreich angereist.
Es folgten Franziska und Katharina Auge aus dem Siegerland. Die beiden saßen in einem Renault AX mit zwei Zylindern und 1200 Kubikzentimetern aus dem Jahr 1909. Beide Fahrzeuge schaffen eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern. Wenn das Jugendteam Laurenz Schramm und Anna-Lena Hagemann auf das Gaspedal ihres Amilcar CGS drückt, bringen sie es hingegen auf 120 Sachen. Sie kommen aus Frankfurt/Main. Ein weiteres deutsch-holländisches Jugendteam – Hagen und Hubert Kranz – war mit seinem als Rennauto zugelassenen Riley 9 Brooklands angereist, ohne Verdeck bei Regen und Sturm, wie sie berichteten.
Johannes Hübner als Moderator legte großen Wert auf die Feststellung, dass alle Fahrzeuge ausnahmslos authentisch seien. Pressesprecher Benjamin Babel berichtete, dass die Nachfrage nach Startplätzen größer gewesen sei als geplant. „Deshalb mussten wir leider einigen sogar absagen.“ Thorsten Kaebernik aus Krefeld, technischer Direktor einer schwedischen Firma, war auf dem Marktplatz mit einem Informationsstand vertreten: „Wir haben nachhaltigen und klimafreundlichen Kraftstoff speziell für Oldtimer entwickelt“, meinte er. Für die Veranstaltung in Rothenburg habe das Unternehmen davon 2500 Liter spendiert.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten zwischen zwei Routen wählen. Die kleine Tour führte über die Frankenhöhe und sah einen besonderen historischen Akzent vor: In Leutershausen wurde das Gustav-Weißkopf-Museum besucht, das an den dort geborenen Luftfahrtpionier Gustav Weißkopf erinnerte und eine Brücke zwischen regionaler Geschichte, technischem Pioniergeist und der Faszination für Mobilität und Bewegung schlug.
Die große Schleife führte über die Hohenloher Ebene und bot einen kulturellen Höhepunkt im Museum Würth in Künzelsau. Der Mittagsstopp in Künzelsau sollte die Verbindung von Innovationskraft und regionaler Verwurzelung des Hohenloher Landes unterstreichen. Beide Strecken kamen dem Vernehmen nach mit typisch fränkischen Landschaften, Weinbergen und historischen Marktorten bei den Oldtimer-Freunden sehr gut an.
Jürgen Klatte äußerte sich auch zur Entscheidung, die Fahrzeuge vom Parkhaus der Firma Neuberger über den Grünen Markt zum Marktplatz kommen zu lassen, ohne dort noch eine längere Präsentation in Reih und Glied zu organisieren: „Darauf haben wir bewusst verzichtet, denn vor allem die Vorkriegsfahrzeuge könnten auf dem Pflaster Spuren hinterlassen. Solche unangenehmen Begleiterscheinungen möchten wir unter allen Umständen vermeiden.“
In diesem Zusammenhang bedankte sich der Präsident des ASC Nordbayern für die Unterstützung der Veranstaltung durch die Stadt. Namentlich erwähnte er den ehemaligen Oberbürgermeister Dr. Markus Naser, Roland Pfaffelhuber, den Leiter des Amtes für Öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie Soziales, Mareike Biajolan vom Straßenverkehrsamt und den Leiter des Tourismus-Services, Oliver Raapke: „Niemand hat uns Steine in den Weg gelegt“, so Klatte.
Ganz außergewöhnlich sei außerdem die Genehmigung, den Galaabend mit Siegerehrung im historischen Kaisersaal des Rathauses durchführen zu dürfen. „So etwas hat es seit 1914 nicht mehr gegeben.“