Die Bauarbeiten auf der Bahnstrecke Würzburg–Ansbach–Treuchtlingen werden derzeit immer chaotischer: Zu den geplanten Baustellen kommen zusätzliche Änderungen und Probleme. Nun hat die Deutsche Bahn (DB) auch noch einen Rückschlag erlitten.
So sollte am vergangenen Wochenende eigentlich das neue Elektronische Stellwerk (ESTW) Ansbach in Betrieb gehen. Dafür setzte die Bahn vom 17. bis 26. Oktober eine Totalsperrung der Strecke um. Nun allerdings bestätigt die DB entsprechende FLZ-Informationen, wonach das ESTW nicht wie geplant in Betrieb gehen konnte. War die tagelange Vollsperrung also ohne Ergebnis?
Das digitale Stellwerk soll den Bahnverkehr eigentlich stabilisieren und die Leit- und Sicherungssysteme auf den neuesten technischen Stand bringen. „Bei der Abnahmeprüfung der neuen Stellwerkstechnik wurden jedoch Mängel in der technischen Anbindung an die benachbarten Stellwerke festgestellt”, erklärt eine Bahnsprecherin. Nun werde an einer schnellen Lösung gearbeitet.
Für die Bahnreisenden habe die Verzögerung keine Auswirkungen, versichert die Bahn. Für die Inbetriebnahme des neuen ESTW sei dann aber nochmal eine Sperrung erforderlich, hieß es am Mittwoch aus der Pressestelle. Dauer und Zeitpunkt stünden noch nicht fest.
Die Zeit am Wochenende sei derweil für Instandhaltungsarbeiten und andere Projekte genutzt worden. Gemeint sind damit die weiteren Baustellen entlang der Strecke Würzburg–Treuchtlingen. Hier werden unter anderem Brücken und Gleise saniert.
Doch auch das läuft offenbar nicht wie geplant. Davon berichtet Arverio, der Betreiber des Nahverkehrs (RE80) auf der Linie. Dessen Geduld mit dem Infrastrukturinhaber Deutsche Bahn ist ohnehin strapaziert. Davon zeugten in den vergangenen Wochen mehrere Pressemitteilungen, in denen durchaus entnervt auf neuerliche Änderungen im Bauablauf aufmerksam gemacht wurde. Kurzfristige Verschiebungen führten am Ende sogar zu der kuriosen Situation, dass die Strecke zwischen Würzburg und Ansbach doch erst einmal nicht gesperrt wurde, Arverio aber den Busersatz nicht mehr stornieren konnte.
In den vergangenen Tagen wirbelten nun weitere Störungen den Baustellenfahrplan auf dem RE80 durcheinander. „Wir sind heute mit 20 bis 30 Minuten Verspätung pro Zug unterwegs”, teilt Arverio-Sprecher Winfried Karg am Dienstag auf Nachfrage mit. Tags zuvor fielen schon ganze Verbindungen aus. „Am Montag gab es Anlagenstörungen zwischen Ansbach und Gunzenhausen, Unregelmäßigkeiten im Bauablauf bei Steinach und Gleislagefehler in Triesdorf”, sagt Karg. Die Wendezeiten an den Endhaltestellen seien aber recht kurz. Das klappe nur, wenn man ohne größere Verspätungen durchkomme. „Wenn einmal der Wurm drin ist, kriegt man den nicht mehr raus.”
Bei den Fahrgästen entschuldigt sich Karg für die Unannehmlichkeiten, sieht Arverio aber den wechselnden Bauplänen der Deutschen Bahn unterworfen. „Wir würden gerne pünktlich fahren, aber es geht nicht”, sagt er. Ob sich die Situation in den nächsten Tagen bessere, könne er nicht einschätzen. „Wir wissen nicht, wie lange das so weitergeht.”
Ein durchgehender Verkehr bis Würzburg ist wegen Brückenarbeiten bei Marktbreit erst nach dem 13. Dezember wieder möglich.