Der Ortskern von Petersaurach soll aufgehübscht werden. Alleine kann die Gemeinde das nicht stemmen. Das Projekt würde sie „finanziell überfordern”. Deshalb meldet die Gemeinde für diese und weitere Maßnahmen Bedarf für die Städtebauförderung 2026 an. Bürgermeister Herbert Albrecht stellte die Einzelheiten vor.
„Absolute Priorität” hat für die Gemeinde die Sanierung der Langenloher Straße und der Hauptstraße. Vor allem der Zustand der Langenloher Straße ist sehr schlecht. Speziell mit Hinblick auf die Gehsteige, die dort auch kaum als solche erkennbar sind, muss das Projekt laut dem Rathauschef spätestens 2027 über die Bühne gehen.
Für den ersten Bauabschnitt werden deshalb 500.000 Euro für das Förderprogramm angemeldet. Die ersten 100.000 Euro für 2026 und die übrigen 400.000 Euro für das Jahr 2027. Für die Planung des Projekts sieht die Gemeinde voraussichtlich förderfähige Mittel von 50.000 Euro vor.
Das Straßenbauprojekt ist deshalb so wichtig, da die Straßen durch das geplante Sanierungsgebiet „Ortskern Petersaurach” verlaufen und dieses mit Wohngebieten verbindet. Die abschließenden Beschlüsse für das Ortskern-Projekt werden voraussichtlich in der Dezember-Sitzung gefasst.
Ziel der Gemeinde ist es, künftig zahlreiche offensichtliche Mängel im Straßenbereich zu beheben. Dazu zählen etwa beschädigte Straßenbeläge, zu schmale Wege oder die mangelnde Barrierefreiheit. Genaueres soll in einem gestalterischen Gesamtkonzept im nächsten Jahr erarbeitet werden, heißt es in der Sitzung. Für die Städtebauförderung dürfen aktuell jedoch nur Projekte angegeben werden, die im Haushaltsjahr 2026 auch realisierbar sind.
Ein „relativ niedriger Betrag” von pauschal 10.000 Euro pro Jahr – für jeweils vier Jahre – wird für den potenziellen Erwerb von Grundstücken angegeben. Weitere 10.000 Euro pro Jahr sieht die Gemeinde für Grundstücke vor. „Dabei geht es jetzt nicht darum, dass wir großartig Grundstücke aufkaufen wollen”, sagte der Bürgermeister. Doch es könne durchaus sein, dass im Laufe der Ortssanierung bestimmte Flächen erworben oder getauscht werden müssten.
Einen größeren Brocken mit einer Million Euro stellt die Gemeindebücherei in Petersaurach dar. Im Rahmen der Baumaßnahmen am Schulzentrum wird diese womöglich in einen anderen Bereich des Schulgebäudes ziehen müssen, erklärte Geschäftsleiter Martin Huber. Die aktuelle Fläche werde voraussichtlich für die Grundschule benötigt. Für die Planungen im Jahr 2026 werden 50.000 Euro eingestellt. Für die beiden übernächsten Jahre werden schon einmal jeweils rund eine halbe Million Euro angemeldet.
Um für die Bevölkerung einen Anreiz zu schaffen, sich an der Gestaltung des Ortsbilds zu beteiligen, plant die Gemeinde ein kommunales Förderprogramm aufzustellen. Hierfür müssten Förderkriterien beziehungsweise Richtlinien zur Gestaltung festgelegt werden. Die Gemeinde könnte somit in Zukunft Maßnahmen von Bürgerinnen und Bürgern bezuschussen. Etwa bei Verbesserungen an privaten Dächern oder Fassaden oder der Wiedernutzung von leerstehenden Gebäuden nach einer Sanierung. Hierfür wird ein pauschaler Betrag an Fördermitteln von 50.000 Euro pro Jahr ab 2026 angemeldet – insgesamt 200.000 Euro.
Für den Fall, dass Privatpersonen eine Sanierungsberatung durch qualifiziertes Personal angeboten werden soll, meldet Petersaurach für vier Jahre pauschal jeweils weitere 10.000 Euro an.
Bis zum 1. Dezember muss der Bedarf an städtebaulichen Fördermitteln für 2026 angemeldet werden. Der Gemeinderat beschloss die vorgeschlagenen Maßnahmen ohne Gegenstimmen.