Tumultartige Szenen, ein Platzsturm und Polizisten mit Pferden auf dem Rasen haben das Last-Minute-Weiterkommen des 1. FC Kaiserslautern in der ersten DFB-Pokalrunde beim SV Waldhof Mannheim überschattet.
Beim 1:0 (0:0)-Erfolg nach Verlängerung mussten Einsatzkräfte der Polizei und berittene Polizisten nach Abpfiff der regulären Spielzeit eingreifen, um die Situation im brisanten Südwest-Derby wieder unter Kontrolle zu bringen. Zeitweise drohte ein Spielabbruch. Den entscheidenden Treffer für den Fußball-Zweitligisten erzielte Ibrahim Kanaté in der 120. Minute, wenige Momente vor einem möglichen Elfmeterschießen.
Die beiden Fan-Lager sind seit den frühen 1980er Jahren verfeindet und lieferten sich auch an diesem Abend ein aufgeheiztes Duell auf den Rängen - inklusive Feuerwerkskörper und beeindruckender Choreographien. Schon nach wenigen Minuten unterbrach Schiedsrichter Robert Schröder die Partie. Grund war zunächst Pyrotechnik aus dem Block der Gäste.
Die Heimfans warfen Gegenstände in Richtung FCK-Keeper Julian Krahl und zündeten ebenfalls Feuerwerkskörper. Nachdem der Rauch verzogen war, pfiff der Unparteiische die Begegnung wieder an.
Auch auf dem Feld ging es ordentlich zur Sache. Die „Roten Teufel“ - in dieser Saison noch ohne Pflichtspieltor - hatten zwar mehr Kontrolle über das Spiel. Die besseren Möglichkeiten erspielten sich jedoch erst einmal die Mannheimer. Erst vergab Kushtrim Asallari (12.) aus kurzer Distanz und nach einer knappen halben Stunde scheiterte Julian Rieckmann. Kurz vor der Pause übte dann auch Kaiserslautern mehr Druck aus, blieb aber glücklos.
Der zweite Durchgang begann mit Verspätung - erneut war Pyrotechnik der Auslöser für die Verzögerung. Allerdings erklärte das Polizeipräsidium Mannheim auf dpa-Anfrage, die Bilanz des Einsatzes rund um das Carl-Benz-Stadion sei zumindest bis zur Eskalation nach der regulären Spielzeit „positiv“ und „ohne nennenswerte Zwischenfälle“ verlaufen.
Doch im Stadion sah es dann ganz anders aus. Nach einer Rudelbildung der Spieler und weiteren Feuerwerkskörpern aus dem FCK-Block in Richtung der Sitzplatztribünen sowie der Spieler und Polizisten stand die Fortsetzung des Spiels auf der Kippe. Mit etwa 20-minütiger Verspätung pfiff Schröder die Verlängerung dann aber doch wieder an. Bei weiteren Ausschreitungen wäre die Partie abgebrochen worden.
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