Wer sich bisher noch leise Hoffnungen gemacht hatte, kann diese nun endgültig begraben: Die Postfiliale in Neustadts Bamberger Straße 3, erst zu Jahresbeginn eröffnet, ist wohl schon wieder Geschichte. Wie Bürgermeister Klaus Meier auf Nachfrage erklärte, habe der Inhaber des Buchladens, in dem auch die Postannahmestelle untergebracht wurde, offenbar endgültig geschlossen.
Zur Erinnerung: Ende Mai war Meier erstmals an die Öffentlichkeit gegangen und hatte seinem Ärger Luft gemacht. Seinerzeit hatte er beklagt, dass die als großartiger Service für die Kunden angepriesene Filiale schon seit Tagen geschlossen sei und er weder von der Post noch vom Ladeninhaber eine diesbezügliche Nachricht erhalten habe. Statt dessen hänge innen an der Eingangstür lediglich ein Zettel: „Wegen Krankheit vorübergehend geschlossen“.
In der ursprünglichen Benachrichtigung der Post an die Stadt – wenige Wochen bevor die Filiale im Januar eröffnet worden war – stand zu lesen: Die Angebote der Kooperationspartner vor Ort „erfreuen sich großer Beliebtheit.“ Die Postdienstleistungen brächten „dem örtlichen Einzelhandel zusätzliche Umsätze, weil Konsumenten neben den Postdienstleistungen auch andere Waren und Dienstleistungen erwerben.“ Damals im November 2024 schien noch alles im Lot zu sein.
Über einen Monat nach der ersten Nachfrage bei der Post zur geschlossenen Tür, hängt der Zettel mit dem Hinweis auf die „vorübergehende Schließung“ noch immer da, darunter – ebenfalls handschriftlich – die ursprünglich anvisierten Öffnungszeiten. Beide Schriftstücke sind mittlerweile allerdings Makulatur: die angebliche „Krankheit“ hat sich laut Meier als endgültige Schließung entpuppt und die Öffnungszeiten kann man somit getrost ignorieren. Vom Ladeninhaber hat Meier übrigens noch immer nichts gehört oder gelesen.
Der letzten Rückmeldung, die Meier von der Post erhalten hat, ist jedoch zu entnehmen, dass der Ladeninhaber „ohne uns zu informieren sein Geschäft geschlossen hat“. Man habe ihn (oder sie) zwar aufgefordert, die Postfiliale wieder zu öffnen, doch sei dies nicht geschehen, schreibt die Post weiter.
„Die sind da ziemlich schmerzbefreit“, sagt Klaus Meier dazu – nach den bisherigen Antworten auf seine Anfragen habe er mittlerweile den Eindruck gewonnen, „dass denen das völlig wurscht ist“. Damit meint Meier auch den Post-Regionalbeauftragten Markus Ehm, der wohl angekündigt habe, sich „im näheren Umkreis“ auf die Suche nach einem neuen Filial-Standort für die Neustädter Innenstadt zu machen. Ergebnis? Unbekannt. Kontaktaufnahme mit Ladenbesitzern oder der Stadt? Fehlanzeige.
Wie seinerzeit berichtet, hatte die Pressesprecherin der Post auf eine entsprechende Anfrage hin unter anderem erklärt, dass „die postalische Versorgung in Deutschland qualitativ hochwertig und besser als je zuvor“ sei. Ob und wann die Filiale in der Bamberger Straße wieder öffnen würde, darüber schrieb die Pressesprecherin seinerzeit nichts.
Die aktuelle Situation stellt sich aus Sicht des Bürgermeisters folgendermaßen dar: „Ich habe angeboten, wir als Stadt würden sofort helfen, um eine neue Filiale zu vermitteln. Keine Reaktion. Kein Interesse. Ich hab denen gesagt, wir haben einige leer stehende Geschäfte und es gibt doch auch genügend Personal bei euch: Stellt eure Leute in so einen Laden rein und macht weiter. Wieder keine Reaktion. Die wollen einfach kein eigenes Personal mehr haben.“ Klaus Meiers Fazit: „Das interessiert bei denen doch keinen.“