Voraussichtlich rund sieben Millionen Euro investiert die Stadt Herrieden in den kommenden Jahren für die Neuausrichtung ihrer Wasserversorgung. Denn künftig soll die Bevölkerung mit mehr eigenem Wasser versorgt werden. In der Folge müssen die Verbraucher jedoch beim Frischwasserbezug schon ab Januar deutlich tiefer in ihre Taschen greifen.
Bevor der Stadtrat das Vorhaben sowie die Anhebung der Gebühren von bisher 2,09 auf 2,74 Euro am Mittwochabend einmütig absegnete, hatte Stadtbaumeister Marco Jechnerer dafür mit der Versorgungssicherheit für Herrieden argumentiert: Ziel sei es, größere Mengen des bei Rauenzell und Heuberg geförderten Wassers als bisher zu nutzen – und zwar „für die ganze Stadt“. Denn: „Es ist genug Wasser da.“
Wie es hieß, werden aktuell pro Jahr 60.000 bis 70.000 Kubikmeter des Wassers aus Rauenzell verbraucht. Sei die Neuausrichtung jedoch abgeschlossen, „gehen wir von 150.000 Kubikmetern aus“. Damit reduziere sich der Bezug von der Fernwasserversorgung Franken (FWF), die mit jährlich 350.000 Kubikmetern noch das meiste Nass liefert und ihren Preis von 1,05 Euro im Jahr 2020 auf jetzt 1,45 Euro gehoben hat.
Aktuell fließe das Wasser in verschiedenen Bereichen der Stadt mit unterschiedlichem Druck aus den Leitungen, beantwortete Marko Jechnerer Fragen aus dem Gremium. Nach der Umstellung werde es hingegen nur noch zwei „Druckzonen“ geben. Das erleichtere die Arbeiten bei Rohrbrüchen. Zudem bleibe die Versorgung – auch der Hydranten mit Löschwasser – dann durchgehend und lückenlos garantiert.
Das weitere Vorgehen zur Neuausrichtung erfolge – über mehrere Jahre verteilt – in einzelnen Schritten, von denen einige schon erledigt seien. Dazu zählte der Stadtbaumeister den Neubau des Wasserwerks bei Rauenzell sowie eine Verbundleitung, die 2025 zwischen Rauenzell und Velden geschlossen werde.
In einem nächsten Schritt solle nun das Frischwasser aus Rauenzell und Heuberg in einem neuen Hochbehälter am höchsten Punkt über der Kernstadt bei der Wasserturmstraße gesammelt werden. Dieses etwa 3,3 Millionen Euro teure Reservoir sei mit einem Fassungsvermögen von 2000 Kubikmetern geplant und werde „erdüberdeckt“ angelegt.
Um das Wasser dorthin zu befördern, sei ein Hebepumpwerks nötig. Als Standort für diesen Neubau empfehle der Bauausschuss das Altmühlhaag. Dazu kämen zwei neue Verbundleitungen vom Hochbehälter – eine unter der Staatsstraße hindurch in Richtung Osten und eine in Richtung Süden. Die Kosten dafür lägen bei 1,7 Millionen Euro.
Gefragt nach dem Zeitplan für die Neuausrichtung sprach der Stadtbaumeister von einem Baubeginn Ende 2025 oder Anfang 2026. Danach könnten sich die Arbeiten für alle weiteren Einzelmaßnahmen bis 2029 oder auch länger hinziehen.
Trotz der Gesamtkosten, die sich, wie es hieß, von über sechs bis hin zu 7,5 Millionen Euro inklusive der Planung bewegen könnten, bezeichneten Wolfgang Strauß und Max Heller (beide CSU), Manfred Niederauer (FOB), Matthias Rank (Grüne) und Armin Jechnerer (BFH) die Neuausrichtung als den richtigen Weg. Sinnvoll sei dieser vor allem auch mit Blick auf das Wachstum von Bau- und Gewerbegebieten in Herrieden.
Allerdings wirken sich die Ausgaben dafür – ebenso wie der höhere Preis der FWF – auch auf die Wassergebühr aus, die der Rat für die Jahre 2025 bis 2028 neu festgelegt hat. Sollte es da jedoch eine Über- oder eine Unterdeckung geben, werde dies bei der nächsten Neukalkulation in vier Jahren berücksichtigt, versprachen Stadtkämmerer Ralph Meyer und Peter Heyder vom mit der Berechnung beauftragten Büro.
Keine Veränderung gibt es indes beim Abwasser: Da beschloss der Rat gegen eine Stimme, die Kubikmeter-Gebühr für die kommenden vier Jahre bei 3,26 Euro stabil zu belassen.