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Veröffentlicht am 19.01.2026 03:32

Prozess um Auto-Anschlag geht weiter

Zum Prozessbeginn äußerte der Angeklagte sich nur mit einer Geste. (Foto: Peter Kneffel/dpa)
Zum Prozessbeginn äußerte der Angeklagte sich nur mit einer Geste. (Foto: Peter Kneffel/dpa)
Zum Prozessbeginn äußerte der Angeklagte sich nur mit einer Geste. (Foto: Peter Kneffel/dpa)

Vor dem Oberlandesgericht (OLG) München wird am Montag (9.30 Uhr) der Prozess um den tödlichen Anschlag auf eine Verdi-Demonstration fortgesetzt. Nachdem am ersten Verhandlungstag die Anklage verlesen worden ist, will der Senat nun in die Beweisaufnahme eintreten. 

Der 25 Jahre alte Afghane, der unter Terror-Verdacht und wegen zweifachen Mordes und 44-fachen versuchten Mordes vor Gericht steht, hatte Aussagen zur Tat und auch zu seiner Person zum Prozessauftakt verweigert. 

Angeklagter zeigte deutliche Geste

Dafür äußerte er sich ohne Worte: Er hob für die Kameras den rechten Zeigefinger nach oben - eine verbreitete Geste unter Muslimen weltweit, die den Glauben an den einen und einzigartigen Gott symbolisieren soll und die zuweilen auch als Erkennungszeichen unter Islamisten gilt. 

Der Angeklagte war vor knapp einem Jahr, am 13. Februar 2025, noch am Tatort festgenommen worden, nachdem er mit seinem Kleinwagen in die Menschenmenge gerast war. In wenigen Wochen jährt der Anschlag sich zum ersten Mal. Auch am Jahrestag will das Gericht verhandeln - allerdings ohne Betroffene als Zeugen zu laden, damit diese an den Gedenkveranstaltungen teilnehmen können. 

Der angeklagte Afghane soll das Auto gezielt in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi mit rund 1.400 Teilnehmern gelenkt haben. Eine Mutter und ihre erst zwei Jahre alte Tochter starben, 44 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. 

Um den Tathergang zu rekonstruieren, sollen zunächst Polizeibeamte als Zeugen vor Gericht aussagen, erst zu einem späteren Zeitpunkt sollen dann die Betroffenen gehört werden. 

Bis in den Sommer hinein sind Verhandlungstermine am OLG München angesetzt, das Urteil könnte am 25. Juni fallen.

© dpa-infocom, dpa:260119-930-563970/1


Von dpa
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