Nur Wenigen wird diese Ehre zuteil: Pfarrer Gerhard Glemser, aktiver Posaunist im Posaunenchor Unterlaimbach, erhielt kürzlich die Ehrenmedaille des Evangelischen Posaunendienst in Deutschland (EPiD). Diese Auszeichnung würdigt sein „außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement über sieben Jahrzehnte hinweg“ – ein seltenes Lebenswerk.
Pfarrer Glemser, 1941 in Oberkochen (Baden-Württemberg) geboren, hatte die Musik schon in seiner Jugend für sich entdeckt, speziell die Blasinstrumente. Bereits mit elf Jahren, im Jahr 1952, engagierte er sich in seinem ersten Posaunenchor. Er blickt somit auf tatsächlich 70 Jahre aktives Blasen zurück. „Das ist eine enorme Zeitspanne“, kommentiert Glemser seine lange aktive Musikerlaufbahn. Er hatte stets eine große Freude an der Sache: „Wenn eine Note stehe, dann weiß ich, wie sie klingt“.
Glemser, der nach Wehrdienst und Berufsausbildung die Möglichkeit ergriff, sich als Spätberufener zum Pfarrer ausbilden zu lassen, bekennt sich klar zu seinem Instrument: „Mein Spezialinstrument ist nach wie vor die Zugposaune“. Er hat dabei auch eine klare Haltung zum Musizieren: „Man muss also nicht immer intonieren, sondern marschieren!“.
Über die aktive Rolle in Unterlaimbach hinaus prägte Glemser den Posaunendienst in vielen Funktionen. Er war nicht nur jahrzehntelang Chorleiter (unter anderem während seiner dreieinhalb Jahre als Pfarrer in Neuendettelsau), sondern auch Obmann und versorgte Freizeiten des Posaunenchorverbandes mit geistlichen Impulsen. Zudem war er, auch noch nach seiner Pensionierung, im Bezirksposaunenchor in Burghaslach und Markt Einersheim aktiv.
Die Verleihung der eingangs genannten hohen Auszeichnung, für die sich ein Landesposaunenwart eingesetzt hatte, ist laut Frank Möwes, Leitender Obmann im EPiD, „ein absolut außergewöhnliches Ereignis“. Möwes betont, dass Personen, die 70 Jahre am Stück ehrenamtlich aktiv sind, in der Regel alle 80 Jahre und älter seien. Auch Glemser (83 Jahre) fällt in diese Kategorie.
Die Ehrenmedaille sei daher nicht nur eine „Auszeichnung für ein Lebenswerk“, sondern trägt laut Möwes eine noch tiefere symbolische Bedeutung: „Sie ist gleichzeitig ein Zeichen, dass sieben Jahrzehnte lang deutsche Männer nicht in den Krieg ziehen mussten und sich darum konstant engagieren konnten“. In dieser Würdigung stecke somit auch „der europäische Friedensgedanke“. Es sei sogar schon vorgekommen, dass Menschen noch mit 90 Jahren im Posaunenchor spielen.
Pfarrer Glemser hat seine Leidenschaft für die Musik nie verloren. Auf der nach dem Wegzug von Pfarrer Joachim Roth vakant gewordenen Pfarrstelle in Scheinfeld hilft er „noch gerne aus und hält von Zeit zu Zeit Gottesdienste“. Die Kirchengemeinde wünscht Pfarrer Glemser weiterhin alles Gute, viel Spaß an der Musik und natürlich weiterhin „viele Zuspieler”.