Bei Flüssigseife sind Nachfüllbeutel bekannt und etabliert. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Kantar-Umfrage im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Demnach war das Prinzip Refill bei Flüssigseifen 88 Prozent der Befragten bekannt. 74 Prozent gaben an, in den vergangenen sechs Monaten Seife im Nachfüllbeutel gekauft zu haben.
Das ist gut für die Umwelt. „Denn dank Refill-Beuteln können Herstellerangaben zufolge 65 bis 85 Prozent des Materials gegenüber der klassischen Verpackung für Flüssigseife eingespart werden“, sagt Michael Jedelhauser vom Nabu.
Das ökologische Potenzial ist dem Experten zufolge groß: „Hersteller achten mittlerweile stärker darauf, dass ihre Refill-Beutel auch recycelbar sind.“ Im besten Fall werde somit nicht nur Verpackung reduziert, sondern durch das Recycling zudem Abfall in Kreisläufen geführt, sodass immer wieder Produkte entstehen können. Tipp: Eine ökologisch sinnvolle Alternative sind auch feste Seifen und Shampoos, mit denen man ebenfalls Verpackungsmüll reduzieren kann.
Verbraucher können von den Nachfüllvarianten auch finanziell profitieren: „So gut wie immer ist die Refill-Variante günstiger als die herkömmliche Verpackung“, so Michael Jedelhauser.
Wie viel man genau sparen kann, hängt von Produkt, Hersteller und Händler ab. „Manchmal sind es 10 Prozent, bei anderen sogar bis zu 50 Prozent“, so der Experte für Kreislaufwirtschaft.
Am besten kauft man eine hochwertige Spenderflasche für seine Seife oder nutzt die langlebige Originalverpackung. Denn es gilt als besonders nachhaltig, wenn die Flasche lange hält und man sie so immer wieder neu befüllen kann. Refill-Verpackungen sind häufig schon entsprechend fürs Umfüllen designt. Falls nicht, hilft ein Trichter.
Nachfüllpackungen gibt es längst nicht nur bei Flüssigseife. Michael Jedelhauser zählt weitere Beispiele auf: „Reinigungsmittel und Duschgele sind inzwischen bei mehreren Anbietern in Refill-Beuteln erhältlich. Zudem gibt es mittlerweile einzelne Hersteller, die Nachfülllösungen auch für Parfüm, Shampoo, Lippenstift sowie neue Einsätze für Deo-Roller und Cremes anbieten.“ Auch Reinigungsmittel werden teilweise so angeboten.
Abseits der Flüssigseife sind solche Nachfüllvarianten im Laden nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. „Auch das war ein Ergebnis der Umfrage. Daher lohnt es sich in Drogerien, Parfümerien und Läden gezielt nach Refill zu fragen“, rät Jedelhauser.
So könne man sehr einfach einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und im besten Fall durch sein Konsumverhalten bei Händlern und Herstellern sogar ein Umdenken anregen, das Refill-Sortiment zu erweitern.
Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Kantar 1.029 Personen im Alter von 16 bis 64 Jahren befragt. Durchgeführt wurde die Befragung zwischen dem 4. und 8. Juni 2026. Die Ergebnisse wurden repräsentativ gewichtet.
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