Wenn in Ansbach Altstadtfest ist, hat sogar das Wetter ein Einsehen. Die Regenfront, die sich am Donnerstagnachmittag von Westen her vorwärts schob, teilte sich kurz bevor sie die Stadt erreichte. Übrig blieb etwas mehr als Nieselregen. Die Stimmung bei den Budenbetreibenden blieb entspannt.
Tagsüber war es ganz gut und ein verregneter Abend ist eigentlich immer dabei. Das war der Tenor, den man an verschiedenen Buden zu hören bekam. „Und wenn es schon an einem Abend regnen muss, dann ist der Donnerstag am besten dafür”, meinte einer und schmunzelte. „Dafür ist die Vorschau für die nächsten Tage gut”, stellte ein anderer fest. Er hatte es sich in seiner Bude bequem gemacht, daddelte am Handy, genoss die Musik von der Bühne und freute sich, dass Zeit für einen Plausch mit der Kundschaft blieb.
Weil der Andrang nicht so groß war, konnte so mancher, der eigentlich zum Schankdienst eingeteilt war, den Donnerstagabend als normaler Gast genießen, weil nicht alle Helfenden gebraucht wurden. Wer sich von der Wetterprognose nicht hatte abschrecken lassen, erlebte einen sehr entspannten Abend auf dem Fest.
Wenn man einen Platz unter einem Schirm ergattert hatte, war der Nieselregen gut auszuhalten. Wer dieses Glück nicht hatte, behalf sich mit Regenschirm oder Mütze oder tanzte ausgelassen vor einer der Bühnen. Auch dabei ließ sich das Tröpfeln gut vergessen. Als gegen 22 Uhr der Regen stärker wurde und auch die Temperaturen sanken, machten sich dann aber doch etliche auf den Heimweg.
Für die städtische Kulturamtsleiterin Nadja Wilhelm als Hauptorganisatorin ist der Besuch am Donnerstag ein Beleg für die Beliebtheit des Altstadtfestes. „Die Veranstaltung hat ein gutes Image.” Auch ihr gegenüber waren die Rückmeldungen der Vereine und Händler insgesamt sehr entspannt. „Wir alle hoffen jetzt natürlich auf einen starken Endspurt.”
Die Schauer am Freitagmittag bereiteten dann zwar nochmal ein wenig Sorgen, doch das war nur ein kurzes Gastspiel. Der Start ins Wochenende gestaltete sich etwas frisch, aber passend gekleidet, ließ es sich gut aushalten.
Schon der Start ins Fest am Mittwochabend war für Nadja Wilhelm ein gutes Signal. „Es war wahnsinnig viel los.” Bereits an diesem Tag hatte das Wetter mitgespielt und am späten Nachmittag der Sonne Platz gemacht. Die frischen Temperaturen waren für kaum jemanden ein Hinderungsgrund.
Das sei für die vielen Helferinnen und Helfer in den Vereinen eine schöne Belohnung für die Anstrengungen im Vorfeld gewesen, befand Wilhelm. Es seien auch in diesem Jahr viele ehemalige Ansbacherinnen und Ansbacher ganz gezielt zum Altstadtfest gekommen, um alte Bekannte wieder einmal zu treffen.
Schon jetzt lässt sich feststellen, dass die meisten der Neuerungen in diesem Jahr gut angekommen sind: die näher zusammenliegenden Bühnen auf dem Weg durch die Altstadt, die Tanzfläche auf dem Fermo-Platz, die zwei eigenen Bierkreationen zum Fest, die verstärkte Security-Präsenz. Was nicht so gut funktioniert hat, ist das Bespielen des Museumshofes. Nicht jeder entdeckte, wie nett die Footballer der Margraves die Fläche zum Biergarten umgestaltet hatten.
Fürs Wochenende verspricht das Programm noch einige musikalische Schmankerl. So spielt am Samstag beim Weißen Ross Immeldorf am markgräflichen Pavillon die Eagles-Tribute-Band „Hotel California”. Auf dem Martin-Luther-Platz beim TSV Brodswinden arbeitet sich „Punch” durch das Repertoire der Rockmusik. In der Pfarrstraße bei der Fichte sind die Jungs von „Smashed Potatoes” zu erleben.
Am Karl-Burkhardt-Platz sorgen „Giznid” bei den Stadtfreunden für Stimmung, die „Rocking Lafayettes” lassen den Rockabilly am Johann-Sebastian-Bach-Platz aufleben. Samba, Salsa und Sangria verspricht Tante Anna auf dem Fermo-Platz. Am Herrieder Tor serviert „Soundxpress” Schlager und Partyhits. Im Kulturgärtla gehen die „Widersacher aller Liedermacher” ab. Und bei den Kammerspielen übernimmt den Samstagabend „Soulfunction”. Hinzu kommen noch weitere Auftritte sowie diverse DJs im Stadtgebiet. Und das ist nur ein Querschnitt des Samstagabends.
Auch am Sonntag ist bis zum späten Nachmittag noch einiges geboten. Gegen 20 Uhr klinkt sich dann auch der Martin-Luther-Platz langsam aus und die Kammerspiele machen mit einem Coverrockabend mit der Band „BAF” das Licht fürs Altstadtfest in diesem Jahr aus. Auf der Seite www.tourismus-ansbach.de lässt sich das detaillierte Programm finden.