Eine Reise mit wenig Reizen und Gesprächen kann erholsam sein, aber auch eine Belastung. Entscheidend sei, ob die Stille freiwillig gewählt werde, sagt die Psychologin Christina Miro. Wer sich darauf einlässt, sollte laut der Expertin wissen, ob er mit den möglichen Folgen umgehen kann.
Fallen Ablenkungen durch Gespräche, digitale Medien und andere Reize weg, sind Menschen stärker mit den eigenen Gedanken und Gefühlen konfrontiert. Gerade bei einer Depression könne es schwieriger sein, mit einem Gedankenkarussell umzugehen, wenn zugleich die Möglichkeit fehle, mit anderen darüber zu sprechen, sagt Miro. Eine pauschale Empfehlung für bestimmte Personengruppen sei aber nicht möglich. „Das kann man nicht konkret sagen, weil jeder unterschiedlich und individuell ist.“
Bei einer durch starken Stress ausgelösten Depression könne eine reizarme Umgebung durchaus helfen, Abstand zu gewinnen und sich zu entlasten. Bei anderen Ursachen könne dieselbe Reiseform hingegen größere Schwierigkeiten bereiten. Auch für psychisch gesunde Menschen könne ungewohnte Ruhe starke Gefühle verstärken. Deshalb sollte man einen Umgang damit kennen, sagt Miro, die auch Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) ist.
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