Vor 16 Jahren waren die Reservemannschaften im Fußballkreis Nürnberg/Frankenhöhe zu Gunsten der B-Klassen abgeschafft worden. Nun kehren sie zurück. In der kommenden Saison wird es nicht nur in der A-Klasse 1, sondern auch in der Kreisklasse 1 wieder einen Reservespielbetrieb geben.
Da es für viele Vereine zunehmend schwieriger wird, zwei getrennte Mannschaften im Spielbetrieb zu halten, hatte BFV-Gruppenspielleiter Rainer Wölzlein dieses Thema vor einigen Monaten in den Raum geworfen. Reservemannschaften waren ja nicht verboten, in anderen bayerischen Kreisen gab es diese nach wie vor. Dass sich schon zur kommenden Saison sogar zwei Ligen auf der Frankenhöhe wieder daran beteiligen, ist dem aktiven Werben von Wölzlein zu verdanken.
Nach seiner ersten Umfrage hatte er die interessierten Vereine Mitte April über die weitere Vorgehensweise informiert. „Es war dann relativ schnell klar, dass in der A-Klasse 1 alle mitmachen wollen”, sagt Wölzlein, „aber auch in der Kreisklasse 1 war der Wunsch bei einigen Vereinen vorhanden”. Als die Kreisspielleitung bei einem Relegationsspiel am Samstag, 30. Mai, in Roßtal zusammenkam, waren es allerdings erst fünf Mannschaften, rund ein Drittel der Liga.
Auf Bitten dieser Vereine setzte sich Wölzlein mit den Spielleitern der anderen Mannschaften direkt in Verbindung, „dann hat der Reihe nach einer nach dem anderen zugesagt”. Kurz vor dem Meldeschluss waren es zehn, zwei waren noch offen, „die am vergangenen Samstag schließlich auch ihre Zustimmung gaben.”
So spielen nun in der kommenden Runde der Kreisklasse 1 zwölf zweite Mannschaften, die zuvor in der B-Klasse eingruppiert waren, künftig in der Reserverunde mit (eine spielt in der A-Klasse, ein Verein hat keine zweite Mannschaft). Die konkret beteiligten Mannschaften werden erst mit der Ligeneinteilung bekanntgegeben.
In der A-Klasse 1 spielen von insgesamt 13 Mannschaften ebenfalls zwölf in der Reserverunde (ein Verein hat keine eigene 2. Mannschaft). In allen anderen Ligen ist dies derzeit noch Zukunftsmusik. „Von Anfang an kam das Interesse nur aus dem ländlichen Bereich, vor allem aus der Hesselbergregion”, sagt Wölzlein. Lediglich aus dem Raum Heilsbronn gab es noch drei Kandidaten, hier kann dann für die Saison 2027/28 ein neuer Anlauf genommen werden. Im Teilkreis Nürnberg ist das Interesse dagegen verschwindend gering.
Die Meldung gilt zunächst für die kommende Saison, danach können sich die Vereine wieder anders entscheiden. Aber Wölzlein glaubt fest daran, dass dies nicht der Fall sein wird. Die Vorteile lagen für ihn von Beginn an auf der Hand: keine Sperre für Spieler nach Einsätzen in der ersten Mannschaft, geringere Gefahr von Spielabsagen, niedrigere Verbandsabgaben und eine attraktivere Spielplangestaltung. Die Aussicht auf gemeinsame Vorspiele zwei Stunden vor den ersten Mannschaften komme bei den Vereinen besonders gut an.