Erdbeeren gibt es mittlerweile ganzjährig zu kaufen - wie fast jedes andere Obst oder Gemüse auch. Moderne Anbau- und Lagermethoden sowie schnelle Transportwege machen es möglich.
Oft verbraucht das aber viel Energie und belastet das Klima - laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) insbesondere, wenn die Ware aus fernen Ländern mit dem Flugzeug transportiert wird.
Aber ist regionales und saisonales Obst und Gemüse automatisch besser? Wer Umwelt und dem Klima etwas Gutes tun will, sollte beim Einkauf auf Details achten.
Bei Obst und Gemüse muss zwar das Herkunftsland gekennzeichnet sein. Der Begriff „regional“ oder „aus der Region“ ist laut NABU aber gesetzlich nicht geschützt. Die Bezeichnung kann also meinen, dass die Ware direkt um die Ecke - oder irgendwo in Deutschland - angebaut wurde.
Bei der Suche nach regionaler Ware kann man sich laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) etwa am Regionalfenster orientieren. Die freiwillige Lebensmittelkennzeichnung findet sich meist auf der Verpackung. Das blaue Informationsfeld gibt unter anderem Auskunft über die Herkunftsregion und Kontrollstelle.
Einziger Nachteil: Die Ware ist oft in Plastik verpackt. Alternativ kann man eigene Beutel mitbringen und Obst und Gemüse etwa im Bio-Laden oder auf Bauern- und Wochenmärkten kaufen, rät der NABU. Dort kann man direkt nach dem Erzeuger, Anbauort und der Anbaumethode fragen. Denn der Transportweg ist nur ein Aspekt beim Thema Regionalität.
Auch regionale Ware können aus beheizten Gewächshäusern stammen und so schädliche Treibhausgase verursachen oder Pflanzenschutzmittel enthalten, so die Verbraucherzentrale. Obst und Gemüse aus der Region bedeutet nicht automatisch, dass es hochwertiger oder nachhaltiger ist.
Wer das umgehen will, kann zu Freilandgemüse greifen. Denn es verursacht im Vergleich zu Ware aus beheizten Gewächshäusern in der Regel weniger schädliche Emissionen, so die Verbraucherzentrale.
Wer noch mehr für die Umwelt tun will, kann auf Bio-Siegel achten. Die Ware ist zwar oft teurer. Doch wenn Obst und Gemüse mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet ist, sind bestimmte Umweltschutzstandards garantiert, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Bei Bio-Produkten sind laut Verbraucherschützern zum Beispiel überwiegend keine Pestizidrückstände nachweisbar.
Wenn Obst und Gemüse auf heimischen Feldern wächst, hat dies übrigens noch weitere Vorteile: Saisonale Produkte von heimischen Erzeugern können zum optimalen Zeitpunkt geerntet werden. Dadurch sind sie nicht nur frischer und schmecken besser, sondern enthalten laut BZfE oft auch mehr Vitamine und Mineralstoffe - als etwa Ware mit langen Transportwegen und Kühlung.
Weitere positive Effekte: Durch die zeitlich begrenzte Verfügbarkeit der Saisonware gestaltet sich der Speiseplan laut BZfE aufs Jahr gesehen oft abwechslungsreicher. Häufig genießt man Rhabarber, Spargel, Beeren und Co. bewusster. Vielleicht entdeckt man sogar Gemüsearten, die man bislang nicht gekauft hat, etwa Schwarzwurzeln oder Mangold.
Wann welches Obst und Gemüse hierzulande wächst, zeigen Saisonkalender. Ab Juni gibt es etwa die ersten Himbeeren, Johannisbeeren und Kirschen sowie Mangold, Buschbohnen und Rote Bete von heimischen Erzeugern. Saisonkalender findet man online etwa auf der Internetseite des NABU, der Verbraucherzentrale oder der BVEO - einem Zusammenschluss nationaler Obst und Gemüse-Erzeuger.
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