Für Saudi-Arabien besteht nach wiederholten, schweren Angriffen auf Flughäfen des Landes eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Wegen des eskalierenden Konflikts zwischen dem Königreich und der mit Iran verbündeten Huthi-Miliz hatte etwa der Veranstalter Dertour nach eigenen Angaben bereits vergangene Woche Reisen nach Saudi-Arabien bis Ende Oktober abgesagt: „Gäste, die eine Reise nach Saudi-Arabien gebucht hatten, konnten wahlweise umbuchen oder erhielten ihr Geld zurück.“
Dertour hat aktuell keine Gäste im Land, ebenso wie Mitbewerber Gebeco. „Bis Ende des Jahres haben wir keine weiteren Abreisen nach Saudi-Arabien“, teilt Gebeco-Geschäftsführer Thomas Bohlander mit.
Saudi-Arabien, das international wegen seiner Menschenrechtslage in der Kritik steht, hatte sich 2019 mit der Einführung von Touristenvisa auch für Urlauber geöffnet, die nicht aus geschäftlichen, familiären oder religiösen Gründen nach Saudi-Arabien reisen wollen.
Die Dertour Group, die das Land 2022 ins Angebot aufgenommen haben, beobachtet seitdem eine steigende Nachfrage - besonders nach Rundreisen. Deshalb habe man das Angebot kontinuierlich ausgebaut. Der aktuelle Nahostkonflikt führe zu einer gewissen Verunsicherung und Buchungszurückhaltung, teilt eine Sprecherin mit. Von einem langfristigen Nachfragerückgang gehe man bislang aber nicht aus
Bei Gebeco indes ist das Interesse der Kunden für Saudi-Arabien-Reisen sehr gering, so Geschäftsführer Bohlander. „Wir gehen davon aus, dass die aktuelle Situation die Nachfrage weiter sinken lassen wird.“
Die nächste Hadsch, die Pilgerfahrt nach Mekka, findet im Mai 2027 statt. Sie ist eine der Säulen des Islam. Jedes Jahr machen sich dann auch Gläubige aus Deutschland auf den Weg in die Großstadt im Westen Saudi-Arabiens.
Viele Pilger fliegen nach Dschidda und reisen von dort per Zug, Bus oder Auto ins nahegelegene Mekka, das keinen eigenen Flughafen hat. Spezialisierte Veranstalter bieten für die Hadsch Reisepakete an.
Wichtig: Alle Hadsch-Reisen werden über die staatliche Plattform Nusuk reglementiert.
Pilger, die schon gebucht haben und wegen der Sicherheitslage aktuell besorgt sind, sollten ihre Reise nicht vorschnell absagen, sondern die Lage in Ruhe beobachten und im Zweifel den Austausch suchen.
Denn um selbst unter Verweis auf eine Reisewarnung ohne Stornokosten von der Reise zurücktreten zu können, muss die Gefahrenlage zum Reisestart noch konkret oder höchstwahrscheinlich sein. Hier werden laut Reiserechtlern drei bis vier Wochen vor dem Beginn der Reise als vertretbar angesehen.
Rechtlich gilt bei Reisewarnungen: Sie sind zwar kein Reiseverbot, doch Reiseveranstalter bieten in aller Regel keine Reisen in Länder an, für die so eine Warnung gilt. Warnungen gelten als starkes Indiz für das Vorliegen außergewöhnlicher Umstände, weshalb Urlauber gebuchte Pauschalreisen in der Regel dann auch selbst kostenfrei stornieren können.
Anders ist die Rechtslage bei Urlaubern, die beispielsweise ihre Flüge individuell direkt bei der Airline gebucht haben - sie können nicht unter Verweis auf die Reisewarnung kostenfrei von ihrem Ticketkauf für den Transitflug zurücktreten. Im Zweifel müssen sie auf Kulanz der Airline hoffen, etwa in Form von Umbuchungsangeboten. Wird der Flug wegen einer Airportsperrung abgesagt, gibt es das Geld zurück.
Der Flughafen in Riad ist aktuell bis Samstagnacht gesperrt. Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen der saudischen Hauptstadt waren vergangenes Wochenende mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden. Internationale Airlines, darunter die Lufthansa, hatten schon zuvor Flüge in die saudische Hauptstadt vorerst eingestellt.
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