Es war von Anfang an eine umstrittene Entscheidung, statt eines Neubaus die ehemalige Schlossgaststätte in Schwarzenberg zum Kindergarten umzubauen. Das erklärt auch die vielen kritischen Nachfragen an die Architektin bei der jüngsten Stadtratssitzung.
Diese fand als gemeinsame Sitzung mit dem Bauausschuss komplett vor und in der ehemaligen Schlossgaststätte statt. Am Ende war bei zwei Gegenstimmen von Dr. Gerhard Heim und Tim Schmitt auch das Gewerk Heizung, Lüftung, Sanitär vergeben. Dort war es zu Kostenmehrungen gekommen. Insgesamt aber, so die Planerin gegenüber der Presse, liege man im Kostenrahmen.
Vor allem Heim misstraut den Berechnungen, nach denen der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes günstiger wird als ein Neubau auf der grünen Wiese. Er befürchtet vor allem böse Überraschungen, wie bei zahlreichen Nachfragen deutlich wurde.
Im Außenbereich ist beispielsweise die Grube für den neuen Anbau hinter der Schlossgaststätte ungewollt tiefer geworden. Dort wurde früher Material verfüllt, so Fröhlich. Man müsse tiefer baggern, um auf gewachsenen Boden zu stoßen.
Von der Menge des Aushubs her bewege man sich dennoch innerhalb der Schätzkosten, gab sie eine Teilentwarnung. Über die Entsorgungskosten lasse sich erst dann etwas sagen, wenn der Bodengutachter seine Arbeit abgeschlossen hatte. Immerhin: Der Archäologe hat das Gelände freigegeben.
Im Innern ging es dann um das Gewerk, das der Stadtrat im Juni nicht vergeben wollte. Eine erste Schätzung hatte bei 180.000 Euro gelegen, die Berechnung durch den Fachplaner bei fast 244.000 Euro, das günstigste, weil einzige, Angebot aus Sugenheim bei knapp 274.000 Euro.
Bürgermeister Claus Seifert hatte inzwischen bei lokalen Betrieben nachgefragt, warum sie nicht angeboten hätten. „Keine freie Kapazität“, hieß es aus Baudenbach. Der ortsansässige Betrieb hatte generell keine Lust auf öffentliche Bauten mit Gesamt- und Fachplanung.
Aber hätte man vielleicht mehr (und günstigere) Angebote erhalten, wenn man die Gewerke aufgeteilt hätte? Das wäre möglich gewesen, meinte die Architektin, zumindest eine Aufteilung in zwei Gewerke. Allerdings, gab sie zu bedenken, ist dann die zeitliche und technische Koordination auf der Baustelle schwieriger. Auch die Wartung erfolge dann nicht aus einer Hand.
Sie hatte Einsparpotenzial an anderer Stelle ausgemacht: Ein ursprünglich geplanter Pufferspeicher sei nicht nötig, die Angebotssumme reduziere sich um etwa 10.000 Euro.
Die Lüftung sei an den Decken vorgesehen, dadurch spare man sich einen zusätzlichen Raum. Eine Krippen-, eine Kindergarten- und eine gemischte Gruppe sollen aus dem früheren Amtsgericht hierher ziehen.
Das Dach wird teilweise neu gedeckt, alte Kamine werden abgebrochen. Auf Höhe der Mansarde sind zumindest zwei Seiten ganz schlecht, eine gut, die vierte muss noch einmal geprüft werden.
Der Kindergarten wird mit einer Photovoltaikanlage und einem kleinen Speicher bestückt. Die neuen Vorschriften in Bayern schreiben das auf einem Drittel der bebaubaren Dachfläche vor. Wegen der Nutzungsänderung gilt das auch für den Altbau.
Der Bürgermeister ärgerte sich, denn ursprünglich mal war es fast nicht möglich gewesen, im Denkmalschutzbereich überhaupt Photovoltaik zu installieren, jetzt aber wird eine bestimmte Größe vorgeschrieben. Statt von einem Extrem ins andere zu fallen, hätte sich Seifert gewünscht, dass man den Kommunen zutraut, dass sie selbst das richtige Maß finden.