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Veröffentlicht am 20.12.2024 09:00

So läuft Weihnachtsgeschäft für die Einzelhändler in Ansbach

Das Weihnachtsgeschäft ist einer der wichtigsten Umsatzbringer des Einzelhandels – und das bleibt auch 2024 so, trotz Krisen- und Kriegszeiten, wie eine aktuelle Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter rund 2000 Verbrauchern zeigt. Wie läuft das Weihnachtsgeschäft in Ansbach? Die FLZ hat sich bei Einzelhändlern umgehört.

Nach der HDE-Umfrage gibt der Deutsche in diesem Jahr im Durchschnitt 294 Euro für Weihnachtsgeschenke aus. Edith Thiemer, die in ihrem „Stilvoll“-Laden am Karl-Burckhardt-Platz hochwertige Bett- und Tischwäsche anbietet, profitiert nur bedingt davon. Sie findet, dass die Geschäfte im Weihnachtsgeschäft, aber auch übers Jahr, besser laufen könnten: „Es kommen nicht weniger Leute, doch die Kunden geben weniger aus als in den Jahren zuvor.“ Mit anderen Worten: Die Arbeit bleibt gleich, doch der Umsatz ist kleiner.

Öle, Liköre und Feinkost landen unter dem Weihnachtsbaum

Von den Touristen, die sich laut Thiemer begeistert über das Einzelhandels-Angebot in Ansbach äußerten, hat sie jedenfalls nicht viel – wer mit dem Reisebus zum Beispiel zum Ansbacher Weihnachtsmarkt kommt, kauft keine Garnitur fürs Ehebett, allenfalls ein Souvenir. Doch Edith Thiemer bleibt zuversichtlich: „Wir hoffen aufs neue Jahr.“

Bei Carmen Roth sieht es da etwas anders aus. Sie ist Inhaberin des „VomFass“-Geschäftes in der Kannenstraße, und dort läuft das Weihnachtsgeschäft mit Essigen, Ölen, Weinen, Likören, Spirituosen und Feinkost so gut, „dass ich eigentlich keine Zeit für Umfragen habe“. Sie ist deshalb am Telefon kurz angebunden – jedenfalls ist sie mit dem Weihnachtsgeschäft bisher sehr zufrieden.

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Josef Blattner, stellvertretender Geschäftsführer des Brücken-Centers, weiß zwar nicht genau, wie die Geschäfte seiner Mieter laufen, „doch die Stimmung ist gut“. Wenn er auf die Park-Etagen des Einkaufszentrums schaut, sieht er, dass vor allem am Wochenende die Parkplätze gut belegt sind: „Gut, dass wir nach der Sanierung das vierstöckige Parkhaus wieder zur Verfügung haben.“

„Es wird immer alles so schlechtgeredet“

Eine seiner Mieter ist Gabriele Manthey, Mitinhaberin der Modekette TC Buckenmaier, die mit zwei Geschäften – TC Männerschmiede und TC Frauenreich – im Brücken-Center vertreten ist. Sie sieht sich beim Weihnachtsgeschäft „gut im Rennen“ – vor allem am Wochenende. „Wir haben aber auch tolle Ware“, findet die Unternehmerin aus Crailsheim, die „enorme Chancen“ für mittelgroße Städte sieht, wenn sie denn für ein attraktives Rahmenprogramm wie Weihnachtsmärkte und eine gute Erreichbarkeit der Geschäfte sorgen: „Es wird immer alles so schlechtgeredet.“

Sie findet es toll, dass das Brücken-Center-Management direkt vor ihrem Frauenreich-Laden eine üppige Weihnachts-Dekoration aufgebaut hat. „Außerdem stellen wir jedes Wochenende eine Aktion auf die Beine.“ Abgerechnet werde aber erst am 31. Dezember, so Manthey: „Bis dahin kann sich noch viel tun.“


Die Neustadt ist zu unattraktiv

Manuela Trapp

Ganz zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft ist man bei der Buchhandlung Rupprecht in der Uzstraße. Das Buch als Geschenk unter dem Christbaum sei nach wie vor in, sagt Filialleiterin Melanie Pflüger, und das Weihnachtsgeschäft sei ein wesentlicher Faktor. Die Renner sind in diesem Advent bei ihr der neue Krimi von Sebastian Fitzek und die Memoiren mit dem Titel „Freiheit“ von Ex-Kanzlerin Angela Merkel.

Für Manuela Trapp ist das Weihnachtsgeschäft in ihrer Boutique „Lustobjekte“ in der Neustadt noch zufriedenstellend: „Die Stammkunden kommen, doch die Laufkundschaft fehlt komplett. Die Neustadt ist zu unattraktiv, und es fehlen die Geschäfte, weswegen die Leute hierher kommen.“

In früheren Jahren war keine Zeit für eine Pause

Seit über 50 Jahren sind Ursula und Hermann Rossow mit ihrem Fachgeschäft für Uhren und Schmuck an der Johanniskirche ein wichtiger Teil der Ansbacher Innenstadt. Das Weihnachtsgeschäft habe in den vergangenen Tagen „ein bisschen angezogen“, sagt Ursula Rossow auf Nachfrage der FLZ. Aber das Weihnachtsgeschäft sei auch schon mal besser gelaufen als in diesem Jahr. Schon im vergangenen Jahr sei es schleppend gegangen – und schon gar nicht während der Jahre der Corona-Pandemie. Man sei bescheiden geworden.

Kein Vergleich zu früheren Zeiten des Kunden-Ansturms: „Damals mussten wir Verwandte organisieren, die uns Brote geschmiert haben, weil wir sonst nicht zum Essen gekommen wären.“ Zu D-Mark-Zeiten und einem Goldpreis vom 3,50 Mark pro Gramm habe man sich noch goldene Uhren leisten können. „Aber wir wollen nicht klagen.“

Die Innenstadt ist belebt, doch manch ein Einzelhändler registriert, dass die Kunden im Durchschnitt weniger ausgeben. (Foto: Winfried Vennemann)
Die Innenstadt ist belebt, doch manch ein Einzelhändler registriert, dass die Kunden im Durchschnitt weniger ausgeben. (Foto: Winfried Vennemann)
Die Innenstadt ist belebt, doch manch ein Einzelhändler registriert, dass die Kunden im Durchschnitt weniger ausgeben. (Foto: Winfried Vennemann)

Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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