Im Frühling startet klassischerweise die Motorradsaison. Wer das Bike über den Winter eingemottet hat, macht es nun startklar. Zum Technikcheck gehört auch ein Blick auf die Bremsflüssigkeit. Erst 2.000 Kilometer seit dem letzten Wechsel? Also Check, los geht’s? Nein, bitte nicht, warnt das Institut für Zweiradsicherheit (ifz). Gehe es um die Bremsflüssigkeit und deren regelmäßigen Austausch, sei vor allem das Alter wichtig.
So könnten Bremsflüssigkeiten die hohen Temperaturen, die beim Bremsen entstehen, zwar gut vertragen, ohne dass sie zu sieden beginnen. Nur seien sie - bis auf wenige Ausnahmen - hygroskopisch. Das heißt: Sie nehmen mit der Zeit Feuchtigkeit durch die Bremsschläuche aus der Umgebungsluft auf. So reichert sich die Flüssigkeit mit Wasser an.
Doch je mehr Wasser, desto niedriger die Temperaturschwelle zur Blasenbildung. Das kann im Ernstfall verheerende Folgen haben: Nicht nur kann die Bremsleistung stark nachlassen, sondern auch ein Komplettausfall des Bremssystems ist möglich, so das ifz.
Stahlflexbremsleitungen könnten das Eindringen von Wasser und damit die Alterung zwar verzögern. Doch die Feuchtigkeit dringe unter anderem durch Dichtungen und Ausgleichsbehälter ebenfalls ein. Daher sollte die Bremsflüssigkeit generell zur Sicherheit spätestens alle zwei Jahre gewechselt werden. Wichtig: Wie schon erwähnt spielen die gefahrenen Kilometer dabei keine Rolle. Und: die Flüssigkeit altert auch im Stand.
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