Glühwein und Bratwurst in der Altstadt. Der Ansbacher Weihnachtsmarkt ist auch in diesem Advent ein Besuchermagnet. Doch wie sicher ist er? Die FLZ hat nachgefragt.
Seit Jahren sichern Betonelemente, die überdimensionalen Legosteinen ähneln, die Zufahrten vom Martin-Luther-Platz und vom Johann-Sebastian-Platz aus. Die Stadt stellt jeweils mehrere dieser tonnenschweren Teile so auf, dass nur im Slalom eine Durchfahrt möglich ist.
Ganz verbarrikadieren geht nicht, die Geschäfte in der Altstadt müssen von ihren Lieferanten erreicht werden können und auch die Fieranten auf dem Markt selbst müssen ihre Buden regelmäßig mit Nachschub versorgen. Hinzu kommen die Händler auf dem Bauernmarkt und im schlimmsten Fall muss auch die Feuerwehr durchkommen. Nicht zu vergessen: Die Anwohner der Altstadt müssen ihre Einkäufe auch nach Hause bringen und ihre Wohnungen erreichen können.
Sperren wie jene in der Ansbacher Altstadt waren eine Reaktion auf die Weihnachtsmarkt-Amokfahrt am 19. Dezember 2016 am Berliner Breitscheidplatz, nahe der Gedächtniskirche. Bei einer Sicherheitsbegehung gemeinsam mit der Polizei wurden die Standorte festgelegt, teilte die Stadt auf Anfrage der FLZ mit. Sie würden auch regelmäßig überprüft.
Ein Leser unserer Zeitung hatte sich gewundert, weil er besonders den Standort am Johann-Sebastian-Bach-Platz für zu weit entfernt hielt. „Bis zum Markt könnte selbst ein Lkw ordentlich schnell werden“, sagte er.
Die Betonsperren weiter nach innen zu rücken, ist aber aus mehreren Gründen schwer möglich. So wird der Platz für Veranstaltungen wie den Bauernmarkt benötigt. Und Ansbachs Polizeichef Josef Mehringer weist noch auf einen ganz anderen Aspekt hin. Ein Lkw, der mit Schwung gegen die Betonelemente kracht, könnte diese in eine Art Geschoss verwandeln.
Deshalb, so Mehringer, sei eine etwas weiter entfernte Platzierung die bessere Wahl, um eine Amokfahrt abzubremsen. Der Standort der Terrorsperren am Johann-Sebastian-Bach-Platz hat zudem den Vorteil, dass durch die davor liegende 90-Grad-Kurve ein potenzieller Attentäter ganz automatisch verlangsamt würde, so Mehringer.
Uniformierte und zivile Polizeistreifen seien immer wieder auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs und würden ein Auge auf das Geschehen haben, erklärte der Polizeichef. Messerkontrollen würden in Ansbach aber nicht ohne Anlass, sondern nur in konkreten Verdachtsfällen durchgeführt, machte Mehringer deutlich. In den zweieinhalb Wochen seit der Eröffnung habe es aber noch nicht einen einzigen Fund gegeben.