Nach einer Flucht aus dem Straubinger Bezirkskrankenhaus fordert die Staatsanwaltschaft weitere lange Haftstrafen für vier Straftäter. Wie ein Sprecher des Landgerichts Regensburg mitteilte, plädiert die Anklagebehörde auf Gefängnisstrafen zwischen neuneinhalb und vierzehn Jahren für die Angeklagten. Die Verteidiger verlangten hingegen deutlich niedrigere Strafen. Das Urteil wird am kommenden Donnerstag erwartet.
Die vier Männer sind wegen Geiselnahme, gefährlicher Körperverletzung sowie Angriff auf Vollstreckungsbeamte angeklagt. Der Anklage nach hatten sie einen Mitarbeiter des forensischen Krankenhauses überwältigt, geschlagen und mit einer Scherbe am Hals bedroht, um die Öffnung der Klinikpforte zu erzwingen.
Angesichts der Bedrohungslage und des blutverschmierten Kollegen habe das Schleusenpersonal das Tor geöffnet, die Männer konnten entkommen. Das Quartett wurde binnen weniger Wochen aufgrund der internationalen Fahndung in Österreich und der Türkei gefasst und wieder nach Deutschland gebracht.
Für zwei der Männer verlangt die Staatsanwaltschaft auch die Anordnung der Sicherungsverwahrung nach der Strafhaft. Die Anwälte der Betroffenen plädierten dafür, keine Verwahrung gegen ihre Mandanten zu verhängen.
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