Die Stadt Ansbach weist die Kritik in Sachen Ganztagesbetreuung zurück. Es bestehe kein Anspruch auf eine bestimmte Angebotsform.
Der Kreisverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Verein Eltern für Ansbach hatten angeprangert, dass die Stadt keine Ganztagsangebote aufgebaut habe und nun „unter Zeitdruck Übergangslösungen improvisiert”. Dabei steht seit Jahren fest, dass es ab Herbst 2026 einen Rechtsanspruch für Erstklässler geben wird.
Die Stadtverwaltung betont nun, dass keine Zeit verschenkt worden sei. „Ziel ist eine werktägliche Betreuung im Umfang von acht Stunden einschließlich der Bereitstellung eines warmen Mittagessens.” Es gebe keinen Anspruch „auf eine bestimmte Angebotsform, kostenfreie Betreuung an jedem Grundschulstandort sowie auf zusätzliche Randzeiten und flexible Abholzeiten”. Um den Rechtsanspruch zu erfüllen, kämen verschiedene Betreuungsformen in Betracht: offene und gebundene Ganztagsschulen, verlängerte Mittagsbetreuung, kooperative Ganztagsmodelle sowie Horte.
2023 habe die Verwaltung eine Bedarfs- und Standortplanung initiiert, im Juli 2025 beschloss der Stadtrat Handlungsmaßnahmen im Sinne der Ganztagesbetreuung, „die sich derzeit in Umsetzung befinden”. Die Verwaltung verweist auf die Ganztagsbetreuung an der Grundschule Schalkhausen sowie an der Friedrich-Güll-Schule. „Auch Kinder anderer Sprengel können sich auf Antrag dorthin zuweisen lassen.” Luitpold- und Weinbergschule sollen ausgebaut werden, um zusätzliche Kapazitäten im offenen Ganztag zu schaffen. Dafür sind elf Millionen Euro veranschlagt, von denen die Stadt nach Abzug von Fördermitteln rund vier Millionen Euro selbst tragen muss.
Bislang sind hierfür lediglich die Planungsleistungen ausgeschrieben. Der Auftrag soll vermutlich im April vergeben werden, wie im Schul- und Kulturausschuss im März deutlich geworden ist. Optimistisch betrachtet, ist die Aufnahme des offenen Ganztagsbetriebs an beiden Standorten frühestens zum Schuljahr 2027/2028 möglich.
Für die Karolinenschule sieht das Konzept der Stadtverwaltung vor, dass die Mittagsbetreuung mangels Platz im eigenen Schulhaus im Angletsaal am nahe gelegenen Karlsplatz stattfinden soll. Die verlängerte Mittagsbetreuung dort soll „künftig ebenfalls mit einem pädagogischen Konzept ausgestaltet sein”, heißt es in der Stellungnahme der Stadt.
Wenn Kinder ihre Hausaufgaben erledigt haben, könnten sie sich mit Lesen oder Spielen beschäftigen. „Sofern im Betreuungsalltag realisierbar, besteht die Möglichkeit, den Pausenhof oder den nahegelegenen Hofgarten zu nutzen.” Und weiter: „Wir betonen ausdrücklich, dass dank zahlreicher engagierter Betreuungskräfte die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung an allen Standorten mit Bastel- und Spielangeboten, sportlichen Angeboten oder kleinen Ausflügen für die Kinder abwechslungsreich gestaltet wird.”
Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass die Angebote „nicht allen individuellen Bedürfnissen im Einzelfall vollständig gerecht werden” werden könnten.