Die Stadt Feuchtwangen geht ein weiteres Großprojekt an: den Neubau der Stadt-Schule am Standort Dr.-Hans-Güthlein-Weg. Das Ratsgremium sprach sind einstimmig dafür aus, die Maßnahme in den Zehn-Jahres-Finanzplan, den Masterplan, aufzunehmen.
In der Sitzungsvorlage war der Beschlussvorschlag wesentlich allgemeiner formuliert. Dort stand nur „Schulmaßnahme”, was nach dem Sachvortrag auf Antrag von Hans Heinrich Unger (SPD) dann entsprechend konkretisiert wurde. Wiederum auf Antrag von Joachim Gutekunst („Wir”/Grüne) wurde ergänzend beschlossen, die Verwaltung mit der Klärung der grundstücksrechtlichen Fragen zu beauftragen sowie die weiteren baulichen Planungsschritte für den Schulneubau zu erarbeiten.
Ziel sei es, eine belastbare Grundlage für die weiteren Planungen und Entscheidungen des Stadtrats zu schaffen, begründete Gutekunst sein Gesuch.
Eingangs ging Stadtbaumeister Farag Khodary auf die Situation am aktuellen Standort der Grund- und Mittelschule Feuchtwangen-Stadt an der Schulstraße ein: Der fünfteilige Gebäudekomplex entspricht nicht mehr den heutigen Ansprüchen – insbesondere in Bezug auf Barrierefreiheit, Energieeffizienz und die pädagogischen Anforderungen.
Bereits im August 2023 hatte der Bau- und Verkehrsausschuss drei Planungsbüros mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, deren Ergebnisse im Februar 2024 dem Fachgremium in nichtöffentlicher Sitzung und jetzt am Mittwochabend im Stadtrat öffentlich vorgestellt wurden.
Kurz zusammengefasst: Ein Neubau am Standort Dr.-Hans-Güthlein-Weg bringt ausschließlich Vorteile mit sich – im Gegensatz zur Sanierung des Bestandsgebäudes beziehungsweise eines Ersatzneubaus an der Schulstraße.
So würde mit einem Neubau am Dr.-Hans-Güthlein-Weg in unmittelbarer Nähe der Land-Schule, der Realschule und des Gymnasiums ein zusammenhängendes Schulzentrum mit Campuscharakter entstehen. Und: Durch die Integration der Stadt-Schule würden sich Synergieeffekte ergeben.
Etwa könnten dann alle Bildungsstätten die Außensportanlagen nutzen. Khodary wies außerdem darauf hin, dass die 1,5-Fach-Turnhalle der Land-Schule zu klein sei und erneuert werden müsse. Angedacht sei eine Dreifachhalle für die Stadt- und die Land-Schule. Auch die Verkehrssituation – am Standort Schulstraße ein leidiges Thema – würde sich erheblich verbessern, zumal die Bushaltestellen ohnehin barrierefrei umgebaut werden müssen.
Zudem könnten bei einem Neubau am Dr.-Hans-Güthlein-Weg die architektonische Gestaltung, das pädagogische Konzept und das Raumprogramm frei von Einschränkungen entwickelt werden. Die Barrierefreiheit und der Brandschutz wären uneingeschränkt umsetzbar und die Energieeffizienz durch einen kompakten Baukörper nach den neusten Anforderungen zukunftsfähig realisierbar.
Bis zur Fertigstellung könnte das Bestandsgebäude der Stadt-Schule weiter genutzt werden, wodurch keine Kosten und kein erhöhter organisatorischer Aufwand für die Auslagerung des Schulbetriebs in eine Containeranlage entstehen. Das Grundstück an der Schulstraße könnte anderweitig genutzt, beispielsweise als innerstädtisches Baugebiet erschlossen werden.
Bei den Kosten sprach Khodary von einer groben Schätzung. Für den Neubau am Standort Dr.-Hans-Güthlein mit Turnhalle und Verbesserung der Verkehrssituation ergibt sich aus den drei Machbarkeitsstudien ein Mittelwert von knapp 47 Millionen Euro. Für die Sanierung liegt dieser bei rund 42 Millionen Euro und für den Ersatzneubau am bisherigen Standort bei zirka 41 Millionen Euro. Kämmerer Simon Gaugler merkte in diesem Zusammenhang an, dass bei einem Neubau „mehr gefördert wird”.
„Unterm Strich spricht alles für einen Neubau am Schulzentrum”, lautete das Fazit von Bürgermeister Patrick Ruh. Dem schlossen sich Hans Heinrich Unger und Joachim Gutekunst an. Maximilian Jacobs (UBF) sah zum einen die „historische Chance”, in Feuchtwangen alle Schulen in einem Zentrum zusammenzubringen, zum anderen die Chance, auf dem Gelände an der Schulstraße städtisches Wohnen zu entwickeln. Thomas Ackermann (WwW) regte an, darüber nachzudenken, den Neubau als reine Grundschule zu nutzen und die bisherige Land-Schule als Mittelschule-Stadt und -Land.