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Veröffentlicht am 16.03.2026 11:40, aktualisiert am 16.03.2026 21:13

Stichwahl um Ansbachs Oberbürgermeister-Amt: Bei großem Abstand ein offenes Rennen

Die Stadt macht es ihren Oberhäuptern nicht gern leicht. Ansbach neigt bei Oberbürgermeisterwahlen zu Stichwahlen. Am 22. März messen sich Thomas Deffner (CSU) und Hans-Jürgen Eff (Die Ansbacher). Was ändert sich gegenüber dem ersten Wahltermin, was bleibt gleich und was lässt sich angesichts der Ausgangslage beobachten?

Mit 38,2 Prozent vom ersten Wahltermin am Sonntag, 8. März, geht Thomas Deffner als Amtsinhaber und Favorit in die OB-Stichwahl. Herausforderer Hans-Jürgen Eff erreichte am 8. März 14,3 Prozent und hat eine Außenseiterchance. Was sagt die bisherige Konstellation aus?

Etliche Richtungen sind nun aus dem Spiel

1. Der Abstand zwischen den Kontrahenten ist groß. Zwischen Thomas Deffner und Hans-Jürgen Eff liegen 23,9 Prozentpunkte. Thomas Deffner muss im günstigsten Fall knapp zwölf Prozentpunkte mehr als beim ersten Wahltermin erwirtschaften, Hans-Jürgen Eff gut 35. So viel hatte bei den Ansbacher Stichwahlen seit 2008 nie eine Kandidatin oder ein Kandidat gegenüber Termin eins zu überbrücken.

2. Etliche politische Richtungen sind nicht mehr im Spiel. Fünf OB-Kandidierende schafften es nicht in die Stichwahl. Sie holten aber im ersten Wahlgang zusammen 47,5 Prozent. Das bedeutet: Einige politische Positionen sind in der Stichwahl nicht vertreten. Wie verhalten sich diese Wählerinnen und Wähler, und gehen vielleicht Teile von ihnen gar nicht zur Stichwahl?

Für Mittwoch ist noch eine Debatte angesetzt

3. Der Sieger der Stichwahl ist noch nicht ausgemacht. In Gesprächen in der Stadt entsteht derzeit nicht der Eindruck, als ob der Sieg schon sicher wäre. Der Wahlkampf setzt sich druckstark fort, gerade in den sozialen Medien. Für Mittwoch ist noch eine Debatte zur Stichwahl angesetzt; die gäbe es ja nicht, wenn nicht beide Bewerber mitmachen würden.

Andere Folgen als geplant kann überdies ein häufiges Verhalten bringen: dass Unterstützerinnen und Unterstützer nicht zur Wahl gehen, weil sie denken, ihre Kandidatin oder ihr Kandidat hätten ohnehin schon gewonnen oder verloren.

Die Zahl der Wahlhelferinnen und Wahlhelfer jedenfalls sinkt nach Angaben der Stadt. Beim ersten Wahltermin waren 523 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer im Einsatz, wie Anne Ziegler vom Geschäftsbereich Oberbürgermeister informierte. Für die Stichwahl am Sonntag, 22. März, „werden aufgrund der Reduzierung der Briefwahlbezirke weniger benötigt”.

Das Auszählen ist diesmal einfacher

Können sich Menschen noch melden? „Da die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer im Vorfeld der Hauptwahl entsprechende Einweisungen erhalten, werden diese auch bei der Stichwahl eingesetzt”, erwiderte die Stadtmitarbeiterin. Für den Fall, dass sich in den kommenden Tagen abzeichnet, dass noch Bedarf bestehe, kündigte sie einen gesonderten Aufruf an.

Zum Wahltermin am 8. März gab es nach Stadtangaben 31 Urnen- und 25 Briefwahllokale. Die Zahl der Urnenstimmbezirke bleibt laut Anne Zieglers Worten am 22. März gleich; damit können die Wählerinnen und Wähler ihre Stimme im selben Wahllokal abgeben. Die Zahl der Briefwahlbezirke dagegen habe man von 25 auf 20 reduziert, da es einfacher sei auszuzählen.

Ein Fehler bei den Stimmberechtigten

Die Plakatierungsfrist verlängert sich bis zum Termin der Oberbürgermeister-Stichwahl am 22. März automatisch. Für die Gruppierungen, die keine OB-Kandidierenden in der Stichwahl haben, gilt dies allerdings nicht, wie die Vertreterin der Kommune betonte. Diese Plakate „sind im Laufe der Woche zu beseitigen, teilweise ist dies auch schon erfolgt”, erklärte sie am Ende der Woche.

Bei der Wahl am 8. März gab die Kommune auf ihrer Internetseite gemäß dem vorläufigen Ergebnis 27.259 Wahlberechtigte für die Stadtratswahlan (Beteiligung dann 64,2 Prozent), für die OB-Wahl aber 30.394 (58,0). Die Differenz erklärt die Stadt mit einem Fehler.

Jeder abgegebene Zettel im System auch erfasst

„Bei der Erfassung der Daten im Wahlerfassungssystem wurde in einigen Wahlbezirken lediglich die Zahl der Wahlberechtigten ohne Wahlschein und nicht die Gesamtzahl der Wahlberechtigten (Wahlberechtigte mit und ohne Wahlschein) erfasst”, stellte Anne Ziegler fest.

Dies habe dazu geführt, dass bei der Wahl zum Stadtrat weniger Wahlberechtigte im System erfasst worden seien. Der Fehler wirke sich nicht auf das Wahlergebnis aus, da jeder abgegebene Stimmzettel auch erfasst worden sei. „Lediglich die Wahlbeteiligung wird aktuell korrigiert”, stellte sie am Ende der Woche fest.

Update vom 16. März: Es geht um die Stadtrats- und die Oberbürgermeisterwahl in Ansbach. Die Stadt korrigierte im Endergebnis ihre Angaben zur Zahl der Wahlberechtigten am 8. März. Gemäß den jetzt im Internet veröffentlichten Werten handelt es sich jeweils um 31.356 Menschen. Für die Stadtratswahl teilte die Kommune ursprünglich, also gemäß dem vorläufigen Ergebnis, 27.259 mit, für die OB-Wahl 30.394. Die Differenz erklärte sie mit einem Fehler. Damit liegt die tatsächliche Beteiligung bei der Stadtratswahl bei 55,8 Prozent (ursprünglich gab die Stadt 64,2 an), bei der OB-Wahl bei 56,2 (58,0).

Noch lächeln die beiden Kandidaten Thomas Deffner (CSU) und Hans-Jürgen Eff (Die Ansbacher) von den Plakaten. Nur einer von beiden ist ab 1. Mai OB. (Foto: Oliver Herbst)
Noch lächeln die beiden Kandidaten Thomas Deffner (CSU) und Hans-Jürgen Eff (Die Ansbacher) von den Plakaten. Nur einer von beiden ist ab 1. Mai OB. (Foto: Oliver Herbst)
Noch lächeln die beiden Kandidaten Thomas Deffner (CSU) und Hans-Jürgen Eff (Die Ansbacher) von den Plakaten. Nur einer von beiden ist ab 1. Mai OB. (Foto: Oliver Herbst)
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