Ein Storchendrama hat sich am Wochenende im Nest auf dem Büchereigebäude am Ochsenhof in Leutershausen (Landkreis Ansbach) abgespielt. Der Vogel hatte sich ein Bein gebrochen. Doch er konnte gerettet werden.
Das Schicksal des Storches war Beobachtern aufgefallen, die im Internet die Bilder der auf das Nest gerichteten Kamera des Heimatvereins verfolgen. Die erst heuer installierte, neue Technik auf dem Dach des Alten Landgerichtes liefert gestochen scharfe Aufnahmen aus Meister Adebars Wohnstube.
So blieb nicht verborgen, dass es am Freitag Nachmittag einer der drei Jungstörche aus diesem Nest gerade noch heim schaffte. Fliegen konnte er noch, stehen aber nur auf einem Bein. Am anderen hatte er einen offenen Bruch. „Der blutige Fuß baumelt nur noch an einem Hautfetzen oder an einer Sehne an seinem Bein“, beschrieb eine Beobachterin die Verletzung.
Der daraufhin alarmierte Landesbund für Vogelschutz (LBV) erklärte, man könne sich erst um den verletzten Vogel kümmern, wenn ihn jemand vom Dach des Gebäudes holt. Doch das würde sich schwierig gestalten, solange er noch fliegen kann. Man müsse warten, bis er geschwächt ist.
Am Samstag versuchte die Leutershäuser Feuerwehr, das Tier zu bergen. Doch sie fand das Nest leer vor. „Später am Tag wurden wir über die Integrierte Leitstelle verständigt, dass sich ein verletzter Storch in der Rothenburger Straße befindet“, teilte Kommandant Philip Nehr mit. Der Storchenbeauftragte vom Bund Naturschutz wurde verständigt. Er holte den Storch ab.
Der Patient wurde in die Greifvogel-Auffangstation Mittelfranken im Diebacher Gemeindeteilteil Unteroestheim gebracht. Ein Tierarzt habe zwar den gebrochenen Teil des Beines amputieren müssen, berichtete Günter Möbus, Storchenexperte vom LBV. Doch davon könne sich das Tier erholen. Es gebe Beispiele von Störchen, die mit einem Bein gut in der Natur zurechtgekommen seien. Nach seiner Genesung solle das Leutershäuser Exemplar auf jeden Fall in die Freiheit entlassen werden.
In dem Nest am Ochsenhof gab es heuer vier Jungstörche. Einer kehrte schon vor einiger Zeit nicht mehr zurück, sodass aktuell nur zwei Vögel ihr Quartier im Herzen der Altstadt haben.