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Veröffentlicht am 30.09.2026 10:11

Studieren wird teurer – und die Wohnungsnot bleibt

Wohnraum für Studenten wird immer teurer. (Archivbild) (Foto: Uwe Anspach/dpa)
Wohnraum für Studenten wird immer teurer. (Archivbild) (Foto: Uwe Anspach/dpa)
Wohnraum für Studenten wird immer teurer. (Archivbild) (Foto: Uwe Anspach/dpa)

Für Studenten zeichnet sich auf dem deutschen Wohnungsmarkt keine Entlastung ab: Die qualitätsbereinigten Mieten für studentisches Wohnen sind im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum im Durchschnitt um 2,6 Prozent gestiegen, wie aus dem Studentenwohnreport 2026 des Finanzdienstleisters MLP und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. 

Über drei Jahre betrug der Anstieg demnach im Schnitt 4,0 Prozent pro Jahr. Kleine Wohnungen verteuerten sich am stärksten: Wohnungen unter 40 Quadratmeter legten binnen eines Jahres um 3,5 Prozent zu, WG-Mieten erhöhten sich um 2,3 Prozent, möblierte Wohnungen auf Zeit um 2,0 Prozent.

München bleibt mit Abstand Spitzenreiter 

Bei den Mietkosten an den einzelnen Hochschulstandorten gibt es laut dem Report große Unterschiede. Das zeigten Beispiele anhand einer studentischen Musterwohnung mit 30 Quadratmetern sowie eines hypothetischen WG-Zimmers mit 20 Quadratmetern. 

Am teuersten ist demnach auch in diesem Jahr die Musterwohnung in München mit rund 880 Euro monatlich, gefolgt von Berlin, Frankfurt und Köln sowie Hamburg und Heidelberg mit etwa 700 bis 720 Euro. Am günstigsten ist Chemnitz mit rund 280 Euro. Auch beim Muster-WG-Zimmer reiche die Spanne von rund 850 Euro in München bis rund 220 Euro in Chemnitz.

Die höchsten Zuwächse in den letzten drei Jahren verzeichneten den Angaben zufolge Hamburg und Saarbrücken mit jeweils 5,8 Prozent sowie Bochum mit 5,5 Prozent pro Jahr. Mit der Bafög-Wohnkostenpauschale von 380 Euro lasse sich die Miete der studentischen 30-Quadratmeter-Musterwohnung nur in Chemnitz komplett decken. 

Erhöhung der Wohnkostenpauschale soll 2027 kommen

Die Wohnkostenpauschale für Bafög-Empfänger, die nicht bei ihren Eltern wohnen, soll zum Sommersemester 2027 von 380 Euro auf 440 Euro steigen. Ursprünglich war die Erhöhung schon zum kommenden Wintersemester geplant. Die Reform verzögerte sich jedoch, weil sich die Koalition lange nicht auf ihre Finanzierung einigen konnte. 

Report: Druck auf Wohnungsmarkt wird wieder zunehmen 

Die diesjährige Sonderauswertung prognostiziert, dass nach einem vorübergehenden leichten Rückgang die Studierendenzahlen wieder weiter ansteigen und bis 2040 über dem heutigen Niveau liegen werde. „Für viele Hochschulstandorte bedeutet dies, dass auch der Druck auf die Wohnungsmärkte perspektivisch wieder zunimmt.“ 

„Wenn Studierende ihren Studienort zunehmend nach bezahlbarem Wohnraum statt nach den besten fachlichen Perspektiven auswählen müssen, wird das zum Problem für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagt Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender von MLP. Hohe Wohnkosten dürften nicht darüber entscheiden, welche Bildungswege jungen Menschen offenstehen.

Erstmals untersuchte der MLP-Studentenwohnreport die Bautätigkeit an den 38 Hochschulstandorten. Zwar werde an beliebten Hochschulstandorten weiterhin überdurchschnittlich viel gebaut. Vielerorts reiche dies trotzdem nicht aus, um die Wohnraumknappheit abzuschwächen. „Gleichzeitig hat die Bautätigkeit in den letzten Jahren an rund zwei Dritteln der untersuchten Standorte nachgelassen – mitunter auch deutlich“, heißt es in dem Report. Die Folgen der seit 2022 eingebrochenen Baugenehmigungen würden zunehmend sichtbar. Es spreche vieles dafür, dass das Wohnungsangebot auch künftig nicht mit der Nachfrage Schritt halten könne.

© dpa-infocom, dpa:260930-930-766515/1


Von dpa
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