Stuttgart gegen Leverkusen: Das 20-Millionen-Spiel | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 08.05.2026 13:13

Stuttgart gegen Leverkusen: Das 20-Millionen-Spiel

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß möchte seine Stuttgarter in die Champions League dirigieren. (Archivbild). (Foto: Tom Weller/dpa)
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß möchte seine Stuttgarter in die Champions League dirigieren. (Archivbild). (Foto: Tom Weller/dpa)
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß möchte seine Stuttgarter in die Champions League dirigieren. (Archivbild). (Foto: Tom Weller/dpa)

Sieg oder Niederlage an diesem Samstag könnten über 20 Millionen Euro entscheiden. Wenn der VfB Stuttgart vor heimischem Publikum Bayer Leverkusen empfängt, ist das im Gerangel um die Teilnahme an der Champions League ein Duell mit Final-Charakter. Beide müssen eigentlich gewinnen, damit im Dreikampf mit der TSG 1899 Hoffenheim nicht das Nachsehen droht. Nur für einen aus dem Trio dürfte es am Ende reichen. Die äußerst spannende Königsklassen-Entscheidung ist die lukrativste noch offene Frage im Saisonendspurt der Fußball-Bundesliga.

„Es geht um sehr viel gegen Leverkusen und das weiß auch jeder im Stadion“, sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß und möchte das Maximum aus seiner Elf herauskitzeln. „Für das Spiel wird ganz wichtig sein: Was bist du bereit zu geben? Möglicherweise auch über Limits hinaus, die du dir vielleicht bisher gesteckt hast.“

Daran wird sich auch sein Trainerkollege Kasper Hjulmand messen lassen müssen, dem vor dem eindrucksvollen 4:1 gegen RB Leipzig ansatzweise vorgeworfen worden war, seine Mannschaft würde nicht brennen. „Wir haben natürlich eine super Woche gehabt und gehen mit sehr viel Vorfreude in das Spiel“, frohlockte der Däne nun. „Wir gehen jetzt mit einem richtigen Push in das Spiel.“

Wie die Konstellation ausschaut

Ob er mit dem Erreichen des Minimalziels seinen Job retten würde, bleibt offen. Vor den abschließenden Spieltagen haben die Leverkusener nach dem Sieg gegen die drittplatzierten Leipziger (62 Punkte) jedenfalls nur einen winzigen Vorteil. Lediglich die Tordifferenz trennt Bayer (+23) vom VfB (+20) und der TSG (+16), mit 58 Zählern liegen alle gleichauf. Gehen der VfB und Bayer mit einem Unentschieden auseinander, lauert Hoffenheim und hat mit Werder Bremen und dem Hamburger SV ein vermeintlich leichteres Restprogramm. 

Die Hoffnung, dass es für zwei dieser drei Teams einen Platz in der Champions League geben könnte, hat sich am Donnerstagabend zerschlagen. Ein zusätzliches fünftes Ticket über die Bundesliga-Tabelle gibt es trotz des erstmaligen Einzuges des SC Freiburg in ein Europacup-Endspiel nicht.

Der schwäbische DFB-Pokalfinalist bezeichnet zwar die Qualifikation als „i-Tüpfelchen“ auf eine ohnehin sehr gute Saison. Im Umfeld dürfte ein Verpassen aber angesichts der Ausgangslage auch als kleine Enttäuschung gewertet werden. Und es würde den finanziellen Spielraum einschränken. 

Wie gewaltig die Unterschiede in den Einnahmen sind

Neben dem Ruhm und dem sportlichen Reiz zahlt sich die Königsklasse mit den gewaltigen Unterschieden zur Europa League finanziell aus. Allein das Startgeld ist mit 18,6 Millionen Euro mehr als viermal so hoch (4,3 Millionen Euro). Ein Sieg ist 2,1 Millionen Euro statt 450.000 Euro wert. Wer wie Bayer in diesem Jahr ins Achtelfinale einzieht, streicht elf Millionen Euro. Und nicht nur 1,75 Millionen Euro, wie der VfB in der Europa League. 

Vorstandschef Alexander Wehrle sagte der Deutschen Presse-Agentur unlängst, dass ein Club wie Dortmund dem VfB in puncto Umsatz „noch Jahre oder Jahrzehnte“ voraus sei - weil er eben regelmäßig in der Königsklasse mitmischt. Ein Leistungsträger wie Bayern-Leihgabe Alexander Nübel wäre mit zusätzlicher Finanzspritze wohl leichter finanzierbar. „Wenn wir mit den Zusatzeinnahmen in der Champions League planen, dann machen wir das mit Vernunft. Wir machen nichts Verrücktes“, stellte Wehrle bei Sky klar.

Was vergangene Duelle versprechen

Wird auf dem Rasen Verrücktes passieren? Wird es ein Spektakel, weil sowohl der VfB mit Nationalstürmer Deniz Undav als auch Leverkusen mit Toptorjäger Patrik Schick auf den Sieg drängen? „Das wird sehr, sehr interessant“, sagte Hjulmand. „Es ist ein enges Spiel.“

Ein furioses 4:1 wie in der Hinrunde käme dem VfB natürlich recht. Ein wildes 4:3 wie im März 2025 in Stuttgart würde Bayer freuen. „Es waren immer Spiele, die Spaß gemacht haben“, sagte Hoeneß. „Die Spannung ist spürbar, die Energie ist spürbar.“

© dpa-infocom, dpa:260508-930-52816/1


Von dpa
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