Die 2:4-Niederlage gegen den Tabellenvorletzten SG Andernach vergrößert die Abstiegssorgen beim SV Weinberg. Es war die fünfte Niederlage in Serie für den Frauen-Zweitligisten.
Auf dem vorzüglich präparierten Kunstrasenplatz in Roßtal entwickelte sich eine Begegnung, deren Brisanz den Akteurinnen anzumerken war. Die „Bäckermädchen“ aus Andernach zeigten eine sehr konzentrierte und auch aggressive Gangart, die sich mit der Zeit positiv auf das Spiel und auf das Ergebnis auswirkte. Die Gäste nahmen den Kampf auf dem Kunstrasen an, verdichteten die Räume und verlegten sich auf schnelle Konter. Diese Spielweise liegt dem SVW nicht.
Andernach überraschte den SVW mit forschem Pressing. Der SVW setzte in der 10. Minute einen gelungenen Konter dagegen und Solveig Schlitter traf nach einem Pass von Annika Kömm nur den Pfosten.
Sechs Minuten darauf deckte die SG eine Abwehrschwäche des SVW auf und Kapitänin Lisa Kossmann köpfte völlig freistehend sechs Metern eine Flanke zum Führungstreffer ein.
Der Rückstand brachte den SVW ein wenig aus dem Konzept, aber Moral und Mentalität stimmten. In der 33. Minute war der Ausgleich fällig. Eine schöne Kombination brachte den Ball zu Leonie Haberäcker, deren Flanke fiel Djellza Istrefaj vor die Füße, die zum 1:1 vollendete.
Danach stellte Weinberg seine Offensivbemühungen fast gänzlich ein. Dies ermunterte die Gäste zu Angriffsaktionen, aber Anna Horwarth auf der Linie (43.) und ein Reflex von Franziska Glaser (45.) verhinderten eine Halbzeitführung der Gäste.
Nach dem Seitenwechsel ersetzte Mara Grimm die angeschlagene Nadine Hilkert und Anna Wachal kam für Sophia Klärle. So wollte Weinberg für mehr Druck sorgen. In der abwechslungsreichen Begegnung hatten beide Mannschaften ein paar Möglichkeiten.
In der 57. Minute scheiterte Solveig Schlitter mit einem schönen Schuss an der jüngsten Spielerin auf dem Platz, der 19-jährigen Torfrau Marisa Schön.
In der 62. Minute die wohl spielentscheidende Szene: Andernachs Trainer Thomas Strotzer wechselte seine lange verletzte Torjägerin Carolin Schraa ein. Diese bediente drei Minuten später die mitgelaufene Teamkollegin Isabel Pfeiffer und es stand 2:1 für Andernach.
Dann wurde es ein wenig heiß trotz Minustemperaturen, denn innerhalb von sieben Minuten fielen drei Tore. In der 73. Minute düpierte Schraa die SVW-Defensive und ihr Schuss aus spitzem Winkel, den die Schiedsrichterassistentin hinter der Torlinie gesehen hatte, bedeutete das 3:1 für die Gäste.
Drei Minuten später keimte wieder Hoffnung beim SVW auf. Anna Wachal köpfte eine Flanke von Leonie Haberäcker zum Anschlusstreffer ein. Aber diese Hoffnungen schwanden mit dem 4:2 von Leonie Krump in der 79. Minute, die dabei eine Schraa-Vorlage über die Linie bugsierte.
Weinberg hat nun zwei Wochen Zeit, diese Niederlage zu verarbeiten. Dann geht es gegen den Topfavoriten Union Berlin, der auf dem besten Weg in die erste Liga ist.
SV Weinberg: Glaser, Haberäcker, Anna Grimm, Horwarth, Hilkert (46. Mara Grimm), Eva Wiesinger, Hofmann (84. Ganßer), Kömm (84. Wich), Klärle (46. Wachal), Istrefaj, Schlitter.