Schon eine Stunde bevor es losgeht, warten die ersten Kunden im Foyer des Johann-Gramann-Hauses in Neustadt. Jeden Mittwoch um 14 Uhr sperrt Brigitte Wägner den Tante-Emma-Laden im Seniorenheim auf. Dann kann eingekauft werden.
Die Gebäckmischung und Waffeln sind der Renner, sagt Brigitte Wägner. Aber auch Getränke, Obst, Süßes oder Kosmetikprodukte können die Bewohnerinnen und Bewohner hier einmal wöchentlich einkaufen. Zum Anstoßen für besondere Anlässe hat sie auch ein Fläschchen Sekt im Sortiment. Um den Wareneinkauf kümmert sich Sozialbetreuerin Christa Güllich. Sie steht der Ehrenamtlichen auch zur Seite, wenn diese mal im Urlaub ist.
Seit 2012 kümmert sich die Neustädterin um den Tante-Emma-Laden und versorgt die Heimbewohner mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Gebrauchs. Der kleine Shop war früher einmal eine Garderobe, die aber kaum benutzt wurde, so Einrichtungsleiterin Julia Dennert. Eine Mitarbeiterin hatte die Idee, die Räumlichkeit für den kleinen Laden zu nutzen.
Zuvor betrieb Karin Kerschbaum ehrenamtlich einen mobilen Verkaufsstand, den sie regelmäßig im Saal des Johann-Gramann-Hauses aufbaute. Kerschbaum war es auch, die Brigitte Wägner als ihre Nachfolgerin gewinnen konnte. Wägner, die damals regelmäßig ihre Schwägerin im Heim besuchte und gleich um die Ecke wohnt, war gleich bereit, den Verkauf zu übernehmen. Seither ist ihr Tante-Emma-Laden fester Bestandteil des Gramann-Hauses. Sie sei auch in der Bewohnervertretung engagiert und sei „nicht mehr wegzudenken”, so Julia Dennert.
„Manche Bewohner kommen extra zum Plausch vorbei”, sagt Wägner. Rund 20 Stammkundinnen und Stammkunden hat sie. Nach dem Verkauf geht sie nochmal durchs Haus, um auch die weniger mobilen Heimbewohnerinnen und -bewohner zu versorgen. Auch Sonderwünsche und Bestellungen nimmt sie entgegen. Diese werden dann von Christa Güllich besorgt. Zu Wägners Aufgaben gehört es auch, die Bestandsliste zu pflegen. „Damit wir den Überblick behalten, was nachgekauft werden muss”.
„Es macht mir Spaß”, sagt sie. Und offensichtlich hält es sie auch fit, denn mit 79 Jahren ist sie älter, also so mancher Bewohner und denkt noch lange nichts ans Aufhören.