Über 400 Rennstarts mit rund tausend Hunden hat es am Wochenende in Oberndorf bei Geslau zu sehen gegeben. Beim 28. Internationalen Schlittenhundewagenrennen waren die frostigen Temperaturen ideal für die wuseligen Huskys, Malamutes und Greyhounds.
Bei handgemessenen fünf Grad Celsius stehen sechs Huskys mit Geschirr bereit auf der Startlinie – wobei „bereit” es mehr trifft als „stehen”. Das Gespann jault, fiept und wuselt durcheinander. Ständig müssen die Helferinnen und Helfer die Hunde zurück auf ihre Position drängen und das Geschirr entwirren. Dann endlich läuft der Countdown ab. Das Rudel setzt sich unter Bellen und Hecheln in Bewegung.
Diesen Vorgang bekamen die Zuschauenden am Ortsrand von Oberndorf im Laufe des Wochenendes mehrere hundert Mal zu sehen. Am Freitagabend eröffnete ein Nachtlauf das Spektakel. Dieser fand noch ohne Wertung statt, ehe ab Samstagmorgen im Minutentakt Musherinnen und Musher, wie die Fahrerinnen und Fahrer fachgerecht genannt werden, an den Start gingen.
Stets begleitet wurden sie dabei von Elmar Bamberger, der jedes Gespann einzeln ankündigte. Der Sprecher ist seit der ersten Auflage des Rennens dabei. Damals sei man mit rund 80 Hunden gestartet, erinnert er sich. Heute ziehe die Veranstaltung Hundebegeisterte aus ganz Deutschland sowie aus Frankreich, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz an.
Dabei treten die Teilnehmenden in verschiedenen Kategorien an. Diese sind sortiert nach der Anzahl der Hunde sowie des genutzten Gefährts. Die Musherinnen und Musher sind – stets ohne motorisierte Unterstützung – entweder per Scooter, Fahrrad oder zu Fuß unterwegs.
Und das auf drei verschiedenen Streckenlängen: Auf 4,1; 7,2 oder 13,2 Kilometern ging es durch die Wiesen und Wälder rund um Oberndorf. Zusätzlich durfte sich am Samstagmittag der Nachwuchs messen. Für Kinder bis zwölf Jahren gab es hier eine eigene Kategorie mit verkürzter Strecke.
Auf das Highlight am Samstagabend warteten die Zuschauenden ganz besonders: Als letzter Starter in der Dämmerung jagte Pierre Lachnit mit seinem Gespann von 20 Hunden die Anhöhe nach dem Startbereich hinauf.
Für „super” befand Elmar Bamberger die Renntage der 28. Auflage. „Angespannt” war dagegen Thomas Belzner, Vorstand des veranstaltenden Vereins Sled Dog Friends Oberndorf, ob der umfangreichen Organisation des Events. Im Juni starte man bereits mit den Vorbereitungen, die Renntage selbst seien dann besonders intensiv.
Angespannt und intensiv erlebten auch die Teilnehmenden das Rennen in Oberndorf. Einige mit weiterer Anreise kamen bereits mehrere Tage vorher nach Westmittelfranken. Zwischen Hauptstraße und Startbereich entstand so ein Camping-Dorf aus Zelten und Wohnwagen. Dazwischen war regelmäßiges Bellen und Jaulen zu hören – die für das Wochenende allgegenwärtigen Geräusche in der Hunde-Hochburg Oberndorf.