Eine deftige 0:5-Packung kassierten die Zweitliga-Fußballerinnen des SV Weinbergbei ihrem Aschermittwochsausflug zum Hamburger SV. Damit geht die Punktlosserie weiter.
Die Partie im Schatten des Hamburger Volksparkstadions wurde auf dem Nebenplatz an der Uwe-Seeler-Allee kurz nach 12 Uhr angepfiffen. Eine kleine Fan-Gruppe protestierte gegen diese Ansetzung. Auf einem Banner stand: „Für Fangerechte Anstoßzeiten.“
In den ersten zehn Minuten schien es, als wollten die Spielerinnen aus der Hansestadt den SV Weinberg überrennen. Angriff auf Angriff rollte auf das von Glaser-Vertreterin Celia Steinert meist vorzüglich gehütete Tor. Bei einer Eckballserie zwischen der 3. und 6. Minute brannte es ein paarmal lichterloh im Weinberger Strafraum, doch Steinert und ihre Vorderleute schafften es, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern.
Bis zur 20. Minute war es eigentlich ein Spiel auf ein Tor. Erst allmählich schafften es die Gäste, für Entlastung zu sorgen. Dies taten sie aber nicht mit der letzten Konsequenz, und dass das Passspiel nicht immer konzentriert aufgezogen wird, ist schon lange bekannt.
Auch bei der gedanklichen Schnelligkeit zeigte sich ganz krass der Unterschied zwischen Profi- und Amateurspielerin. Gerade als die Weinbergerinnen in etwa ein schmales Gleichgewicht hergestellt hatten, gerieten sie in Rückstand und vermasselten sich damit ein größeres Lob für die 1. Halbzeit.
In der 37. Minute befand sich der SV Weinberg im Vorwärtsgang. Ein typischer Abspielfehler sorgte für den vermeidbaren Ballverlust und für einen schnellen Umschaltangriff der Hamburgerinnen. Bei dem weiten Flugball hatte die Defensive wieder einmal keinen Plan und da Torhüterin Steinert auch noch einen Schritt zu spät kam, war es geschehen: Lotta Wrede profitierte von dieser Fehlerkette und das 1:0 für den HSV war perfekt.
Nach dem Seitenwechsel starteten die Weinbergerinnen gut in die Partie. In der 50. Minute schien der Ausgleich fällig, aber Marlene Ganßer traf mit ihrem Dropkick aus 18 Metern nur die Latte. Dieser Aluminiumtreffer schien ein Weckruf für die Gastgeberinnen gewesen zu sein. Allerdings benötigten sie schon noch ein paar Minuten, um wieder in die Spur zu finden. Dann legten sie umso mehr los und erstickten die Weinberger Gegenwehr schon im Ansatz.
Drei Treffer in elf Minuten schraubten das Ergebnis auf 4:0 und dem SVW blieb nur Sprachlosigkeit. Christin Meyer per Abstauber in der 61. Minute, Annaleena Böhler nach einer Ecke in der 68. Minute und Carla Morich per Foulelfmeter in der 71. Minute waren verantwortlich für die zahlenmäßige Änderung auf der Anzeigetafel.
Aber die Elfmeterentscheidung war wohl eine Fehlentscheidung von Schiedsrichterin Celine Sophie Böhm – Leonie Haberäcker klärte per vorbildlichem Tackling und spielte klar den Ball. Die Schiedsrichterin ahndete wohl ein Halten vor diesem Tackling, das aber außerhalb des Strafraums stattfand. Strittig auch die Entscheidung von Böhm, die beim Spielstand von 0:0 Annika Kömm, die alleine auf das Hamburger Tor zulief, wegen eines angeblichen Abseits zurückpfiff.
Der SV Weinberg, der sich in der Gästekabine des Volksparkstadions umziehen durfte, kassierte in der 90. Minute noch den fünften Treffer: Eine Bogenlampe aus 18 Metern von Carla Morich senkte sich hinter Celia Steinert ins lange Eck. So endete eine Partie mit einer hohen Niederlage für den Außenseiter, der sich eine Stunde lang mehr als teuer verkauft hatte. Diese Packung fiel um zwei Tore zu hoch aus.
SV Weinberg: Steinert, Haberäcker, Anna Grimm, Horwath, Mara Grimm, Eva Wiesinger (80. Arnold), Klärle (46. Hofmann), Istrefaj, Ganßer (73. Hilkert), Kömm (59. Schlitter), Wich (59. Riess).