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Veröffentlicht am 10.07.2026 05:30, aktualisiert am 10.07.2026 17:18

USA und Iran wollen weiter reden - Trump: Waffenruhe vorbei

Trump hat die Weiterführung von Gesprächen mit dem Iran angekündigt. (Foto: Alex Brandon/AP photo/dpa)
Trump hat die Weiterführung von Gesprächen mit dem Iran angekündigt. (Foto: Alex Brandon/AP photo/dpa)
Trump hat die Weiterführung von Gesprächen mit dem Iran angekündigt. (Foto: Alex Brandon/AP photo/dpa)

Trotz der militärischen Eskalationen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bricht der Gesprächsfaden zwischen den Kriegsparteien nicht ab. Zugleich bekräftigte US-Präsident Donald Trump aber das Ende der Waffenruhe im Iran-Krieg. 

Washington habe einer Weiterführung von Gesprächen auf Bitten Teherans zugestimmt, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social und setzte das Wort Gespräche zugleich in Anführungsstriche. Man habe aber unmissverständlich klargemacht, dass die Waffenruhe „VORBEI“ sei.

Zuvor hatte ein US-Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur gesagt, dass sich die USA weiterhin für eine Lösung einsetzten, und die technischen Gespräche weiterliefen. Auch die iranische Seite zeige Gesprächsbereitschaft, erfuhr die dpa aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Die iranische Seite habe den Vermittlerstaat Pakistan gebeten, den USA Verhandlungswillen zu signalisieren, hieß es.

Berichte über Vermittler von dritter Seite im Iran

Berichten des US-Senders CNN und des Portals Axios zufolge, die sich auf Diplomaten beriefen, war eine Delegation aus Katar in den Iran gereist, um zu vermitteln. Eine Bestätigung aus Katar gab es dafür zunächst nicht. Das katarische Außenministerium teilte lediglich mit, man unterstütze weiterhin die Bemühungen zu einer Entspannung der Situation und zum Erreichen eines umfassenden Abkommens. Die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus müsse sichergestellt werden, hieß es weiter. 

In den vergangenen Tagen hatte das US-Militär mehrere Angriffswellen gegen Ziele im Iran geflogen. Begründet wurde dies mit Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus, für die die USA Teheran verantwortlich machten. Der Iran reagierte seinerseits mit Angriffen. Dabei gerieten auch Kuwait, Bahrain und Jordanien, die wichtige US-Militärbasen beherbergen, wieder unter Beschuss.

Die jüngste Eskalation überschattete das Staatsbegräbnis für das frühere iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Mehr als vier Monate nach seiner Tötung wurde er im Imam-Resa-Schrein seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Landes unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestattet, wie mehrere iranische Medien in der Nacht übereinstimmend berichteten. 

Kreise: Iran signalisiert Gesprächsbereitschaft

In den Kontakten zwischen Pakistan und dem Iran in der Nacht soll es unter anderem zu einem langen Gespräch zwischen Irans Außenminister Abbas Araghtschi und Pakistans mächtigem Militärchef Asim Munir gekommen sein, hieß es aus den pakistanischen Sicherheitskreisen.

In verschiedenen Gesprächen habe Islamabad deutlich gemacht, dass neuerliche Angriffe der iranischen Revolutionsgarden auf die arabischen Länder der Region eine Eskalation nach sich ziehen könnte. „Wenn Länder wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate anfangen, gegen den Iran zurückzuschlagen, wird sich dieser Krieg in seiner Form völlig ändern“, soll ein pakistanischer Beamter den iranischen Unterhändlern gesagt haben.

Die iranische Seite hätte jedoch in den Gesprächen Unsicherheit darüber durchscheinen lassen, wie sich Hardliner-Fraktionen im Land in Zukunft verhalten würden, sagten die Quellen in Islamabad.

Was wird aus den Verhandlungen?

Kurzfristig zeigten sich die pakistanischen Vermittler zuversichtlich, den Frieden zwischen dem Iran und den USA zu wahren. Ob weitere für dieses Wochenende geplante Verhandlungen stattfinden werden, ist nach Angaben aus den Sicherheitskreisen aber derzeit unsicher.

US-Präsident Trump hatte dem Iran zuletzt mit noch heftigeren Angriffen gedroht, sollte Teheran weiter auf Schiffe in der Straße von Hormus feuern. Am Rande des Nato-Gipfels hatte er die Waffenruhe offen infrage gestellt und Zweifel an einer Fortsetzung der Verhandlungen geäußert. „Ich denke, es ist vorbei“, hatte er gesagt.

Schifffahrt durch Straße von Hormus wieder zurückgegangen

Die Straße von Hormus hat sich in dem Konflikt für den Iran als stärkstes wirtschaftliches und militärisches Druckmittel entpuppt. Die Wiedereröffnung der Meerenge ist ein zentrales Element des Rahmenabkommens zwischen den Parteien, das die kriegerischen Handlungen beenden soll.

Mit der jüngsten militärischen Eskalation ist die Schifffahrt durch Meerenge wieder eingebrochen. Lediglich 22 Schiffe haben die Straße von Hormus am Donnerstag passiert, wie Daten des Anbieters Kpler zu entnehmen ist, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Am Mittwoch hatten die Transite demnach noch bei 30 gelegen.

Am Donnerstag vor einer Woche - vor Ausbruch der neuerlichen Kämpfe - lag der Zähler noch bei 48 Passagen. Die Durchfahrten sind somit auf einem Abwärtstrend seit ihrem Höchststand Mitte Juni. 

Berichte: Israel warnte Trump vor iranischem Mordkomplott 

Wie unterdessen das „Wall Street Journal“ und der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichteten, hat Israel die US-Regierung vor iranischen Plänen zur Ermordung von Präsident Trump gewarnt. Demnach habe die Führung in Teheran den mutmaßlichen Plan erst kürzlich ausgearbeitet. Die US-Regierung habe zuletzt derlei Warnungen häufig erhalten, die von Israel sei aber neu und habe sich auf einen konkreten Anschlagsplan bezogen, zitierte CNN einen US-Regierungsbeamten. 

Andere US-Vertreter hätten die Vermutung geäußert, Israels Warnung könne ein Versuch sein, Trump hinsichtlich seines weiteren Vorgehens im Konflikt mit dem Iran zu beeinflussen, berichtete der US-Sender weiter. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuletzt für einen deutlich härteren Kurs gegenüber Teheran plädiert und geriet darüber mit Trump aneinander. Trump hatte auf dem Rückflug vom Nato-Gipfel in Ankara nicht wie erwartet die neue Air Force One benutzt und damit Spekulationen über Sicherheitsrisiken des Geschenks aus dem Golfemirat Katar angeheizt. „Ich bin die Nummer eins auf der Todesliste des Irans“, sagte der Präsident später.

© dpa-infocom, dpa:260710-930-362410/5


Von dpa
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