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Veröffentlicht am 03.04.2025 07:00

Überlegungen fürs Brauhaus-Gelände in Rothenburg

Brauhaus, Planungsstand Februar 2025 (Grafik: isin+co)
Brauhaus, Planungsstand Februar 2025 (Grafik: isin+co)
Brauhaus, Planungsstand Februar 2025 (Grafik: isin+co)

Die Planungen für das Brauhaus-Gelände laufen weiter und das Hotel soll Wirklichkeit werden – in gar nicht mal so ferner Zukunft. Das ist das Signal, das aus der Stadtratssitzung mitgenommen werden kann. Cemal Isin und Andreas Oberem von isin+co haben eine erneut angepasste Planung vorgestellt. Es soll alles ein bisschen kompakter werden.

Diesen Begriff verwendete Isin immer wieder in seiner Präsentation. Einige Kernpunkte der neuen Planung: Keine Tiefgarage, weniger Zimmer, der Wellnessbereich soll in den Hotelneubau wandern und nochmals deutlich kleiner werden. Für Wellness gibt es kein eigenes Gebäude mehr. Wobei in Sachen Wellness noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Diesen Eindruck vermittelten zumindest alle Beteiligten.

Denn gerade auch dieser Teil der neuen Planung sorgte für nachdenkliche Wortbeiträge vonseiten des Stadtrates. Fritz Sommer (UR) zum Beispiel meinte, dass die aktuelle Fassung „nur noch in Teilen“ mit dem ursprünglichen Entwurf aus 2019 zu tun habe. Auch Stefan Stiegele (Grüne) äußerte sich ähnlich („Wir tun uns schwer, also unsere Fraktion, uns da wieder zu finden“).


Wenn alles gut läuft, schätze ich, dass wir nächstes Jahr im Frühjahr oder im zweiten Quartal starten können.

Cemal Isin

Zum Beispiel vonseiten der CSU-Fraktion gab es lobende Worte für die Planung, etwa von Fraktionschef Dr. Wolfgang Scheurer. Aber auch er – genauso wie Zweiter Bürgermeister Dieter Kölle (CSU) – sprach den deutlich kleiner gewordenen Wellnessbereich an und bat darum, nochmals über diesen Teil nachzudenken. Der Wellnessbereich soll laut aktueller Planung mit Sauna und Pool rund 450 Quadratmeter groß sein – aktuell ist kein Außenpoolbereich eingeplant, anders als in früheren Planungen.

Nachdenkliche Mienen

Wer in die Gesichter der Gremiumsmitglieder blickte, sah gefühlt meist eher nachdenkliche Mienen. Irgendwann im Lauf der Diskussion meinte Cemal Isin: „Wer uns kennt in der Region, der weiß, dass wir durchhalten.“ Was er ebenfalls sagte: „Für mich ist jetzt eines wichtig: Dass wir hier diese Planung in die Umsetzung bringen. Und für mich ist auch eines wichtig: Dass wir uns jetzt endlich für einen Betreiber entscheiden können.“ Der Betreiber solle dann dem Stadtrat vorgestellt werden und sein Konzept erläutern.

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Oberbürgermeister Dr. Markus Naser fing die Diskussion nach mehr als einer Stunde, die bereits mit dem Thema verbracht wurde, wieder ein und stellte fest: Er sieht – bis auf den Wellnessbereich – „rundum nur Verbesserungen“ im Vergleich zur letzten Planungsvariante. Und fügte noch an: „Der Wellnessbereich war beim letzten Mal auch schon keine 1400 Quadratmeter mehr.“

Michael Benz (SPD) fasste dann die Stimmungslage so zusammen: „2019 haben wir den Zuschlag gegeben und uns vorgestellt, da kommt ein exklusives Wellnesshotel hin.“ Doch der Stadtrat müsse sich „einfach davon verabschieden“. Denn: „Es wird kein Wellnesshotel. Es wird ein exklusives Hotel mit einem Wellnessbereich. Wir werden kein Wellnesshotel bekommen.“ Stattdessen ein „exklusives Hotel, dass in der Planung sehr gut ist“.

Das Vertrauen „etwas strapaziert“

Er ist überzeugt davon, dass „niemand mehr“ ein Wellnesshotel bauen wird und meinte: „Im Laufe des Abends habe ich festgestellt: Wir kriegen es nicht und dann muss ich auch nicht darüber reden, ob ich den Wellnessbereich vielleicht noch größer mache, wenn dann am Ende der Betreiber sagt, das ist mir zu groß. Dann nehme ich lieber einen kleinen Wellnessbereich und habe dafür einen Betreiber.“ Der Oberbürgermeister kommentierte dazu, dass jetzt eben der Tagungsbereich mehr in den Vordergrund gerückt sei. Und SPD-Fraktionschef Dr. Dr. Günther Strobl richtete ziemlich deutliche Worte an die isin-Planer: „Das Einzige, was ich von Ihnen jetzt noch hören möchte ist, dass Sie mich davon überzeugen, dass Sie es tatsächlich machen.“ Denn an diesem Punkt sei man jetzt schon mehrfach gewesen „und wir haben Ihnen immer geglaubt“. Das Vertrauen sei aber „etwas strapaziert“ worden.

Isin antworte darauf so: „Ich hoffe nicht, dass ich Ihr Vertrauen strapaziert habe.“ Es habe einfach lange Zeit gedauert, er ging darauf ein, dass öffentliche Aufträge eher „starr“ und „statisch“ sind, sprach über die sich wandelnde Welt. Und erklärte: „Wir haben einfach diese Schere zwischen Invest, Hotelbetreiber und dem Investor.“ Diese Komponenten müssten zusammengebracht werden.

Nach langer Rede sagte er, dass er um das Vertrauen des Stadtrates bitte und schloss so: „Aus heutiger Sicht sage ich Ihnen jetzt schon: Wir werden das Ding durchziehen. Und jetzt sind wir so weit, dass wir für uns die richtige Konzeption, angepasst an die heutigen Rahmenbedingungen, entwickelt haben.“ Auf die Nachfrage von Strobl zum zeitlichen Rahmen meinte Isin: „Wenn alles gut läuft, schätze ich, dass wir nächstes Jahr im Frühjahr oder im zweiten Quartal starten können.“

„Wer steht dahinter?

Fast zum Schluss meldete sich noch Bürgermeister Kurt Förster (SPD) zu Wort: „Sie würden viel Unruhe befrieden, wenn man wüsste: Wer steht dahinter?“ Er wünscht sich, dass „Sie uns irgendwann den Betreiber dann tatsächlich vorstellen“. Förster: „Weil dann wissen wir, es wird ernst.“ Der Oberbürgermeister meinte, dass das für ihn der „nächste logische Punkt“ wäre. Der Betreiber solle möglichst schnell vorgestellt werden. Der Beschluss zur neuen Planung fiel einstimmig.

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