Wenn am Mittwoch das 47. Altstadtfest in Ansbach startet, werden bis Sonntag rund 150 Bands, Einzelkünstlerinnen und Einzelkünstler sowie DJs in der Stadt auftreten. Bei der Wahl ihrer Lieder sind sie alle frei.
Unfreiwillig für Schlagzeilen hat zuletzt die Erlanger Bergkirchweih gesorgt. Kurz vor der Eröffnung verschickte die Stadtverwaltung ein Schreiben an die Wirte und Bands der Traditionsveranstaltung. Der Inhalt: die Bitte, auf das Abspielen von sexistischen und frauenfeindlichen Liedern zu verzichten, sowie eine Liste mit insgesamt zwölf Songs.
Auf dieser Liste standen unter anderem Lieder, die vor allem am Ballermann sehr beliebt sind, das Donaulied oder „Skandal im Sperrbezirk” von der Spider Murphy Gang. Der Aufschrei war stellenweise groß, in den folgenden Diskussionen wurde aus der Empfehlungsliste schnell eine Verbotsliste.
Und wie handhabt es die Stadt Ansbach beim Altstadtfest? Die Verwaltung „hat keine Empfehlungsliste mit Liedern, die nicht gespielt werden sollen, herausgegeben”, teilt Anne Ziegler vom Geschäftsbereich Oberbürgermeister auf Nachfrage mit.
Als Erklärung führt die Stadtsprecherin einerseits an, dass auf dem Fest mehrheitlich Bands sowie Künstlerinnen und Künstler auftreten, die nicht die klassische Bierzeltmusik spielen. Andererseits seien die Bühnenbetreibenden im Vorfeld für das Thema sensibilisiert worden. „Hier besteht Vertrauen zu den Bühnenbetreibern, dass sie die Musikacts entsprechend auswählen.”