Unterschwaningen feiert Kirchweih: Das erwartet Sie vom 8. bis 11. Mai 2026! | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 06.05.2026 06:00

Unterschwaningen feiert Kirchweih: Das erwartet Sie vom 8. bis 11. Mai 2026!

Leckere Gaumenfreuden gehören zur Kirchweih natürlich dazu. Wir wünschen schöne Stunden! (Foto: Walter Oberhäußer)
Leckere Gaumenfreuden gehören zur Kirchweih natürlich dazu. Wir wünschen schöne Stunden! (Foto: Walter Oberhäußer)
Leckere Gaumenfreuden gehören zur Kirchweih natürlich dazu. Wir wünschen schöne Stunden! (Foto: Walter Oberhäußer)

Im Markgrafendorf Unterschwaningen wird im Frühjahr die Kirchweih gefeiert: in diesem Jahr von Freitag, 8. Mai, bis Montag, 11. Mai 2026.

Das beliebte Fest lädt Jung und Alt zum gemütlichen Feiern ein. Für Kinder sorgt ein Schaustellerbetrieb während der Kirchweihtage für Kurzweil. Die örtliche Gastronomie hat für Sie natürlich gerne geöffnet und verwöhnt Sie mit vielfältigen Gaumenfreuden. Das Sportheim des TSV öffnet am Freitag, 8. Mai 2026, ab 18.30 Uhr und bewirtet über die Festtage das Publikum. Der Festgottesdienst am Sonntag, 10. Mai 2026, beginnt um 9.00 Uhr. Anschließend findet ein Standkonzert des Posaunenchors auf dem Kirchenvorplatz statt. Um 14.00 Uhr startet eine Kirchenführung mit Rundgang durch die ehemaligen Schlossanlagen (Treffpunkt: Rathaushof/Eingang Friederike-Louise-Saal).

Die Kirche wurde am 12. Mai 1743 feierlich eingeweiht. Dieser Termin war bewusst gewählt worden. Es war der 31. Geburtstag vom Landesherrn Markgraf Carl Wilhelm Friedrich (CWF) und dürfte darauf abgezielt haben, die Eheverhältnisse am Ansbacher Hof zu verbessern. Die Ehe des Markgrafen mit der preußischen Königstochter Friederike Louise verlief unglücklich, die Charaktere des jungen Fürstenpaares waren zu unterschiedlich. Seine hochfürstliche Durchlaucht blieb aber den Einweihungsfeierlichkeiten fern. Die Pläne für einen Kirchenneubau gehen auf die Jahre von 1720 bis 1723 zurück. Wurden aber von Markgräfin Christiane Charlotte, der Mutter von Markgraf CWF abgelehnt.

Die Fürstin erlebte den Kirchenbau nicht mehr, da sie 1729 verstarb. Friederike Louise als neue Landesherrin beauftragt Hofbaudirektor Leopold Retti mit der Planfertigung. Sie befiehlt 1735 den Bau des Gotteshauses. Zunächst als Hofkirche geplant, wurde das Gotteshaus schließlich in der Mitte des Dorfes errichtet. Deshalb verzögerte sich der Baubeginn bis zum September des Jahres 1738. Der Bau ging für die damalige Zeit schnell voran.

1740 wird Richtfest gefeiert und 1741 ist der Turm errichtet. Der Weiterbau verzögert sich um nahezu zwei Jahre, da Baumeister Retti in den Krieg zieht. Nach seiner Rückkehr zu Beginn des Jahres 1743 wird der Kirchenbau in wenigen Monaten vollendet. Die markante, großräumige und im Barockstil erbaute Kirche mit zwei beiderseitigen Emporen und dem mächtigen Kanzelaltar wird der heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Die Namensgebung erfolgte auf Wunsch von Markgräfin Friederike Louise.

Kirchturm grüßt die Besucher

Alle Besucher des Ortes werden vom weithin sichtbaren 48 m hohen Kirchturm gegrüßt, der alle Gebäude des Dorfes überragt. Seit sechs Jahren wird der Verkehr über die Ortsumfahrung geleitet. Wer Unterschwaningen näher kennenlernen möchte, sollte bei der Kreisverkehrsanlage der Wegweisung Unterschwaningen folgen. Zunächst ein kurzer Blick in die Vergangenheit. Die Region um den Hesselberg hat eine lange Vergangenheit. Davon zeugen Hinterlassenschaften der Kelten und der römische Limes, der sich auf einer Länge von 2, 5 Kilometer im Norden durch die Gemarkung zieht. Archäologische Funde gehen aber davon aus, dass Menschen bereits im 7./8. Jahrhundert ansässig waren.

Der Ort wird 1053 erstmals in den Archiven genannt. Nach der Geburt des Erbprinzen Carl Wilhelm Friedrich am 12. Mai 1712 beginnt die höfische Zeit Unterschwaningens. Aus Freude über die Geburt schenkt Markgraf Wilhelm Friedrich seiner Ehefrau Christiane Charlotte das Besitztum auf Lebenszeit. Es entstehen auf Geheiß der Fürstin umfangreiche Schlossanlagen. Das bestehende Schloss wird umgestaltet, Marstall, Hofgarten, umfangreiche Linden- und Ulmenalleen und ein künstlicher Wasserlauf werden errichtet. Sie verstirbt 1729. Ihre Schwiegertochter Friederike Louise bekommt 1733 aus gleichem Anlass, wie ihre Schwiegermutter 20 Jahre vorher, das Besitztum übereignet.

Ereignisreiche Geschichte

Sie lässt die Kirche und ein Pfarrhaus sowie eine Schule erbauen und stiftet eine Armenkasse. Sie lebt sehr zurückgezogen und verstirbt am 4. Februar 1784 im Alter von 70 Jahren in Unterschwaningen. Nach dem Markgraf Alexander das Fürstentum 1791 an Preußen abtritt, verwaist der Schlosskomplex und wird ab 1806 größtenteils abgebrochen. Nur der Marstall bleibt vollständig erhalten.

Das Dorf bleibt bis in die 1960-er Jahre landwirtschaftlich geprägt. Ab dieser Zeit folgen die Ausweisung von Wohnbaugebieten, Errichtung einer Abwasserbeseitigung, der Ausbau von Ortsstraßen und der Anschluss an die Fernwasserversorgung. Ab 1969 bringen die Flurneuordnung, die Dorferneuerung, Kommunal- und Schulreform die größten Veränderungen. Der Bau der Ortsumfahrungen und die teilweise Sanierung des bestehenden Marstallgebäudes sind Meilensteine in der Entwicklung des Dorfes.

Um zukunftsfähig zu bleiben, steht die Sanierung des Altortes, die Verbesserung des Breitbandnetzes und das Wasser- und Abwassermanagement auf der Agenda. Ein Pluspunkt hinsichtlich der Wohnortsqualität ist der Bau des Rad- und Fußweges und die Reaktivierung der nördlichen Hesselbergbahn.
Walter Oberhäußer

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