In der US-Kaserne in dem Ansbacher Ortsteil Katterbach haben die Bauarbeiten für die Abstromsicherung begonnen, die künftig per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) aus dem Grundwasser filtern soll. Ein erster Schritt, um den Umweltschaden in den Griff zu bekommen, der durch PFC-haltige Löschschäume auf dem Feuerwehr-Übungsplatz der Kaserne verursacht wurde. Angekündigt haben die Zuständigen den Baustart schon länger.
„Das ist nicht das Ende der Entwicklungen, aber ein Meilenstein“, sagte Stephan Haas von der Umwelt-Abteilung der US-Garnison beim Pressetermin. Die jetzt in Angriff genommene Anlage, die Ende Oktober in Betrieb gehen soll, sei „eine Sicherungsmaßnahme, aber keine finale Sanierung“, so Haas. Sie soll verhindern, dass belastetes Grundwasser in die Umgebung strömt und Brunnen und Bäche verseucht.
Das unterstrich auch Mathias Brenner, der Chef des städtischen Umweltamtes: „Wir sind froh, dass die Maßnahme jetzt umgesetzt wird. Es wird spannend, sich die Ergebnisse anzuschauen.“ Man müsse das Ausbaggern des verseuchten Erdreichs weiter planen. Die Abstromsicherung sei deshalb wichtig, weil ohne sie beim Ausbaggern die Gefahr der Verfrachtung der Schadstoffe bestehe.
Wie sieht diese Abstromsicherung genau aus? Es wurden bereits neun Entnahmebrunnen gebohrt. Sieben Brunnen mit einer Tiefe von acht Metern in unmittelbarer Nähe der Schadensquelle und zwei 25 Meter tiefe Brunnen, um die Schadstofffahne abzuschneiden. Über 700 Meter lange Rohrleitungen wird das kontaminierte Grundwasser – maximal 135.000 Liter pro Tag – zu den Reinigungsanlagen transportiert, wo die PFC in einem mehrstufigen Verfahren durch Ionenaustauscher herausgefiltert werden. Danach kann das Wasser in den Katterbach geleitet werden.
Der Bau der Anlage und das erste Betriebsjahr wurde von der US-Armee für 1,8 Millionen Euro an die Firma Züblin vergeben, der weitere Betrieb wird jährlich rund 260.000 Euro kosten. Begleitet wird der Betrieb durch eine umfangreiche Überwachungskampagne, in die nicht nur die 21 Messstellen auf dem Kasernengelände, sondern auch die Messstellen der Stadt Ansbach in der Umgebung einbezogen sind.
Was das Entfernen des belasteten Erdreichs angeht, „liegt die Machbarkeitsstudie in den letzten Zügen“, so Stephan Haas, „die großtechnische Umsetzung ist aber noch unklar“. Es geht um rund 28.500 Kubikmeter hoch belastetes Erdreich, dessen Behandlung oder Lagerung derzeit noch offen ist. Aber auch durch das Ausbaggern wird man laut einer Studie nur 75 Prozent der Schadstoffe entfernen können. Denn über die Jahrzehnte sind die PFC in eine Sandsteinschicht gesickert, die drei Meter unter der Oberfläche beginnt.
Eine Entfernung dieses Materials „wird aufgrund der bereits fortgeschrittenen Verfrachtung in den Festgesteinsbereich als technisch kaum durchführbar bewertet“, heißt es in der Studie.
Das heißt, durch das Ausbaggern des belasteten Erdreichs kann man zwar das weitere Absinken der PFC in die Sandsteinschicht unterbinden. Doch die Schadstoffe, die bereits im Sandstein stecken, wird man mühsam und zeitaufwendig über das Filtern des Grundwasserstroms herausholen müssen.
Zehn Jahre, nachdem die Stadt Ansbach die US-Garnison auf das PFC-Problem aufmerksam gemacht hat, wird jetzt eine Anlage gebaut, die die weitere Kontaminierung der Umgebung durch belastetes Grundwasser unterbinden soll.
Wenn man endlich dazu kommt, das belastete Erdreich am Hotspot zu entfernen, verbleiben rund ein Viertel der PFC in der Sandsteinschicht darunter. Die Pumpen werden in Katterbach also noch Jahrzehnte lang laufen, um die PFC über den Grundwasserstrom herauszufiltern – eine Aufgabe für Generationen.