Wirklich günstig liegt der Valentinstag nicht. Zumindest nicht für all jene, die an diesem Tag zwar Blumen verschenken möchten – aber das möglichst umwelt- und klimafreundlich.
Denn dafür sollte man nicht nur darauf achten, dass die Blumen nach den „Kriterien des ökologischen Landbaus angebaut wurden“, also „ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden und Mineraldünger“, sagt Corinna Hölzel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Die Blumen sollten auch möglichst regional angebaut worden sein, also ohne lange Transportwege zu Ihnen nach Hause kommen. Und das ist derzeit - mitten im Februar - schlicht und einfach: schwierig.
„Wir brauchen ja bloß nach draußen gucken“, sagt Hölzel. „Ganz, ganz wenig blüht – und auf das, was draußen blüht, also auf die Christrosen, Schneeglöckchen und Krokusse, sind viele Tiere angewiesen, etwa die ganz frühen Wildbienen und Hummelköniginnen, die den Nektar brauchen.“
Das heißt: „Im Angebot sind jetzt Pflanzen, die eine sehr lange Reise hinter sich haben“, so Hölzel. „Und die meist auch unter dem großen Einsatz von Pestiziden hergestellt wurden.“
Besonders beispielhaft dafür: der Valentinstag-Klassiker, die Rose. Eine Milliarde Rosen importiert Deutschland dem BUND zufolge insgesamt jährlich, rund 250 Millionen davon kommen demnach aus Kenia, Sambia und Äthiopien - mit dem Flugzeug.
Manche Rosen kämen Hölzel zufolge zwar aus Holland, das aber wiederum im Winter auch aus afrikanischen Ländern importieren würde. So oder so haben die Blumen eine lange Reise hinter sich. „Und das ist definitiv nicht nachhaltig“, sagt die BUND-Expertin.
Was also rät sie? Zunächst einmal: Auf Rosen-Geschenke zum Valentinstag besser zu verzichten – und am besten ganz auf frische Schnittblumen, die jetzt keine Saison haben.
Stattdessen kann man Hölzel zufolge mittlerweile etwa richtig schöne Trockenblumensträuße finden, am besten solche, die eine Kennzeichnung der Slowflower-Bewegung haben. Diese setzt laut Hölzel auf einen regionalen und nachhaltigen Anbau - und vermeidet lange Transportwege.
Eine Alternative: Topfpflanzen, möglichst in gekennzeichneter Bioqualität. „Und dann sollten das natürlich wirklich Frühblüher sein“, so Hölzel. Also zum Beispiel Anemonen, Ranunkel, Tulpen, Schneeglöckchen, Krokusse oder Narzissen.
Wer etwas Vorlauf mitbringt, kann auch selbst Zweige von Kirsche oder Forsythie schneiden. „Stellt man die ins warme Zimmer und in warmes Wasser, dann blühen sie ja immer auch vorfristig - und wenn man es zeitig genug macht, auch schon zum Valentinstag.“
Sollen es doch Schnittblumen sein, dann sei Hölzel zufolge ein Strauß Tulpen aber in der Regel immer noch die bessere Wahl als der Strauß Rosen. „Tulpen kommen zumindest aus Gewächshäusern in Holland. Bei den Rosen sind die Transportwege größer“, so die BUND-Expertin.
Zudem seien Tulpen meist weniger mit Pestizidrückständen belastet als Rosen. „Und wir finden dort eben auch nicht die Rückstände von verbotenen Pestiziden, die oftmals in afrikanischen Ländern eingesetzt werden, in der EU aber nicht mehr erlaubt sind.“
Will man dennoch nicht auf die Valentinstagsrosen für die Liebsten verzichten, dann kann man übrigens aufs Fairtrade-Siegel achten. Das ist die blau-grün-schwarze Kennzeichnung, die vielen von Kaffee und Schokolade bekannt sein dürfte.
Das Siegel steht für Verpflichtungen bei Arbeitszeit und Sozialleistungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, ein Verbot von Kinderarbeit und die Reduktion von Pestiziden, wie es etwa auf der Webseite der Verbraucherzentrale Brandenburg heißt.
Das Fairtrade-Siegel bezeugt zwar keine Bio-Qualität, wie etwa das EU-Öko-Siegel, die Naturland-, Bioland- oder Demeter-Kennzeichnung. Aber: „Es garantiert zumindest von der Bezahlung her mehr Gerechtigkeit für die Produzenten in den meist globalen Südländern“, so Hölzel.
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