Ein 35-Jähriger ist einer Streife entkommen. Doch diese stand bald vor seiner Tür. Auf seiner waghalsigen Flucht hat er mehrere Menschen gefährdet. Deren Aussagen sind wichtig.
Die Polizei wollte in Rothenburg einen Mann kontrollieren, weil an seinem Kleinkraftrad ein abgelaufenes Versicherungskennzeichen prangte. Es war grün, doch zum 1. März sind die neuen Kennzeichen mit schwarzer Aufschrift nötig.
Als die Streifenbesatzung das Signal zum Anhalten gab, beschleunigte der Fahrer stark. Er erreichte nach den Angaben der Polizei mit seinem Moped eine Geschwindigkeit von über 80 km/h. Zulässig wären nur 45 km/h.
Die Flucht führte durch das Stadtgebiet Rothenburg, unter anderem über die Dinkelsbühler Straße, die Bleiche sowie über die Staatsstraße 2249 in Richtung Gebsattel. Danach wich der Mann auf Feld-und Radwege sowie Wiesen aus. Schließlich gelang es dem Fahrer zunächst, im Bereich eines Radwegs zur Schulstraße in Gebsattel zu entkommen.
Allerdings nützte ihm das herzlich wenig. Denn während der Verfolgung konnte die Streife den Fahrer kurzzeitig überholen. Dabei war sein Gesicht durch das geöffnete Visier teilweise erkennbar. Der Blick reichet den Beamten aus, denn der Mann ist bei der Rothenburger Polizei wohl bekannt.
Es handelt sich um einen 35-Jährigen, den die Streife kurz darauf an seiner Wohnadresse antraf. Konfrontiert mit den Vorwürfen, räumte er die Fahrt ein und führte die Beamten zu einem Waldstück nahe Faulenberg, wo das Moped unter Ästen abgestellt war.
Der 35-Jährige gab auch zu, sein Moped technisch verändert und so auf eine deutlich höhere Geschwindigkeit gebracht zu haben als erlaubt. Das Kleinkraftrad wurde sichergestellt. Gegen den 35-Jährigen wird nun unter anderem wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie eines Vergehens nach dem Pflichtversicherungsgesetz ermittelt.
Bei der Flucht wurden von dem Mopedfahrer laut Polizei mehrere Menschen gefährdet. In der Dinkelsbühler Straße musste eine bislang unbekannte Frau mit Kinderwagen zur Seite springen, um eine Kollision zu vermeiden. Zudem werden zwei bislang unbekannte Jungen mit Fahrrädern gesucht, die im Bereich des Bahnhofwegs in Gebsattel ebenfalls ausweichen mussten.
Diese Personen sowie weitere mögliche Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Rothenburg ob der Tauber unter 09861/971-0 zu melden. Ihre Aussagen sind für die juristische Wertung der Flucht wichtig. Sie ereignete sich am Montag gegen 16.55 Uhr. Am Donnerstag entschloss sich die Polizei nach den ersten Ermittlungen zu einem Aufruf an mögliche Zeugen.