Feuchtwangens Altstadt ist am Wochenende wieder zur Festmeile geworden. Das 48. Altstadtfest hat Tausende auf den Marktplatz und in die Straßen gelockt – am Sonntag noch mehr als am Samstag. Für Neu-Bürgermeister Dr. Ulrich Grünwald war es eine Premiere.
Den Auftakt machte am Samstag um kurz nach 16 Uhr eine Trompetengruppe, die vom Kirchturm einen Gruß spielte. Dann marschierte der Feuchtwanger Spielmanns- und Fanfarenzug „Markgräfliche Jäger“ in sattem Dunkelgrün ein, und der Vorsitzende des Gewerbevereins „Spitze“, Jürgen Kiderlen, eröffnete gemeinsam mit Grünwald das Fest.
Grünwald war sichtlich gut gelaunt. Das Bürgermeisteramt nannte er einen „Traumjob, in den Sie mich da gewählt haben“ – schließlich bekomme er für die Arbeit sogar Geld. Eingerahmt vom Spielmannszug und der Blaskapelle Thürnhofen sprach er von einem „echten Söder-Moment“. Und das Wetter? Man habe ihm gesagt, der Bürgermeister sei fürs Wetter verantwortlich, scherzte er – da habe er wohl eine steile Lernkurve: Zwei Tage zuvor sei die Kreuzgang-Premiere noch im Nassen gewesen, nun strahle die Sonne.
Auf dem Marktplatz drängten sich die Gäste. Die Bänke waren durchweg besetzt, vor dem Rathaus im Forstamtsgarten ging es gemütlicher zu, und in der gut gefüllten Museumstraße war für alle etwas dabei. Auf den Bühnen reichte das Programm von Blasmusik bis Rock und Pop, dazu ein italienischer Abend im Ochsenhof und eine Tango-Milonga im Café Merhaba. Am Sonntag zogen vor allem die Auftritte verschiedener Tanzgruppen die Massen vor die Hauptbühne am Marktplatz.
Das Ensemble des diesjährigen Kinderstücks der Kreuzgangspiele „Die kleine Hexe“ streifte durch die Stadt und gab abschließend im romanischen Geviert eine Kostprobe, ehe Autogrammstunde und Kinderschminken folgten. Im Fränkischen Museum bemalten Kinder eigene Gläser nach historischen Mustern und Wappen. Auch ein Vintage-Fotoshooting bot das Museum an. Kulinarisch blieb keine Lücke: gutbürgerliche Küche, belgische Waffeln, Langos, griechische Loukoumades und am Sonntag Spanferkel.
Ganz ohne Regen kam das Wochenende nicht aus. Am Samstag zwischen 21.30 und 23 Uhr gab es immer wieder leichte Schauer, und manche Besucherinnen und Besucher brachen früher auf. Dem Sonntag schadete das nicht: Bei strahlendem Sonnenschein wurde es noch besser gefüllt als am Vortag.