Bei idealem Wetter zieht die Kommunalwahl schon bis zum Nachmittag viele Menschen zur Abstimmung. Sie nutzen das sonnige Frühlingswetter zu einem Spaziergang an die Urnen. Zu den jungen Menschen, die zum ersten Mal dabei sind, gehört Oskar Rozwadowski aus Dietenhofen.
In das Wahllokal in der Schlossstraße 5 in Dietenhofen kam er gut vorbereitet. „Ich habe mir natürlich ein paar Kandidaten angeschaut. Außerdem bekommt man sehr viel mit, wie die Parteien so sind.” Probleme, aus seiner Sicht geeignete Kandidierende zu finden, hatte der 18-Jährige nicht. „Man findet schon jemanden, der einen überzeugt und dessen politischen Ansichten man teilt.”
Für ihn war es keine Frage, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. „Man will vielleicht Sachen in dem Land ändern und wenn man nicht wählen geht, kann man einfach nichts ändern.” Wer nicht an der Abstimmung teilnimmt, sollte sich danach nicht beschweren, findet der Schüler. „Hier kann man seine Meinung ganz einfach zeigen. Wählen ist super wichtig.”
Vor dem ersten Gang in eine Wahlkabine beschreibt er seine Gefühle gegenüber der FLZ so: „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt, aber es ist auch Stolz dabei, weil ich etwas aktiv mache. Ich zeige meine Meinung und darauf sollte ich stolz sein.”
Nach der Prozedur in der Kabine, die für ihn „kurz und schmerzlos”, ist er positiv überrascht. „Es ist nicht so schwierig. Wenn man sich vorher informiert hat, muss man die Zettel nicht lange anschauen.” Auch der riesige Wahlschein für den Ansbacher Kreistag hat ihn nicht aus der Ruhe gebracht. „Wenn man weiß, was man möchte, kommt man damit gut zurecht. Das Schwierigste war, den Zettel auf den Tisch zu bekommen.”
Ein alter Hase in einem Wahllokal ist dagegen der Neustädter Bürgermeister Klaus Meier. Er kann den Sonntag gelassen genießen, denn nach 18 Jahren im Amt tritt der SPD-Politiker nicht mehr an. Um seine Nachfolge bewerben sich vier Männer und eine Frau, was das Rennen an der Aisch ebenso spannend macht wie an der Rezat. Ansbachs Oberbürgermeister Thomas Deffner wird gleich von fünf Männern und einer Frau herausgefordert.
Sieben Namen stehen auch auf den Wahlzetteln für den Landratsposten im Landkreis Ansbach. Neben Amtsinhaber Dr. Jürgen Ludwig kämpfen zwei Frauen und vier Männer um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.
Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim bleibt dagegen Dr. Christian von Dobschütz im Amt, denn er wurde erst vor zwei Jahren außerhalb der Reihe gewählt und bleibt bis zum Jahr 2032 auf dem Chefsessel im Landratsamt.
Viel Spannung verspricht dagegen der Kampf um die Rathäuser in den größeren Städten der Region Rothenburg, Feuchtwangen, Dinkelsbühl, Bad Windsheim, Uffenheim und Heilsbronn.
Im Gegensatz zu Wahlen für den Landtag oder den Bundestag gibt es bei der Kommunalwahl keine flächendeckenden Angaben zur voraussichtlichen Wahlbeteiligung. Erste Angaben aus bayerischen Großstädten lassen auf einen leichten Anstieg im Vergleich zu 2020 schließen.
In Stadt und Landkreis Ansbach und im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim verläuft der Wahlsonntag ruhig, ohne dass Probleme bekannt geworden sind.