„Von untreuem Kerl geschlagen“: Sticheleien gegen Laegreid | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 13.02.2026 15:06, aktualisiert am 13.02.2026 16:38

„Von untreuem Kerl geschlagen“: Sticheleien gegen Laegreid

Schreibt wieder sportliche Schlagzeilen: Sturla Holm Laegreid. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa)
Schreibt wieder sportliche Schlagzeilen: Sturla Holm Laegreid. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa)
Schreibt wieder sportliche Schlagzeilen: Sturla Holm Laegreid. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Den Seitenhieb gegen seinen Konkurrenten Sturla Holm Laegreid konnte sich der knapp geschlagene Biathlet Emilien Jacquelin nicht verkneifen. „Ich wurde von einem untreuen Kerl geschlagen. Oh mein Gott“, sagte der Franzose kichernd und nicht ganz ernst nach seinem vierten Platz im Olympia-Sprint von Antholz der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“.

Die Seitensprung-Beichte des Norwegers war bei den Winterspielen auch nach dem nächsten Biathlon-Rennen ein Thema - vor allem auch, weil Laegreid unbeeindruckt von dem ganzen Wirbel und den Reaktionen aus der ganzen Welt die nächste Medaille holte. Nach Bronze im Einzel am Dienstag gab es beim überlegenen Olympiasieg des Franzosen Quentin Fillon Maillet schon wieder Bronze.

Laegreid: Habe versucht, mich nicht beeinflussen zu lassen

Während die deutschen Männer chancenlos waren und Philipp Horn als Bester mit einem Fehler Zehnter wurde, richteten sich alle Augen auf Laegreid, der drei Tage zuvor für großes Aufsehen gesorgt hatte. In einem Interview beim Sender NRK beichtete er einen Seitensprung live auf Sendung und brach in Tränen aus. Sein Ziel war es, seine betrogene Ex-Freundin mit seiner Offenheit zurückzugewinnen. Doch die Frau, die anonym bleiben will, ließ sich davon bislang nicht beeindrucken.

„Es war speziell. Ich habe versucht, mich davon nicht beeinflussen zu lassen“, sagte Laegreid zum medialen Trubel der vergangenen Tage. „Ich bin zufrieden mit dem, was ich heute trotz der Bedingungen erreicht habe.“ Kritik an Laegreid hatte es auch gegeben, weil er mit der Aktion seinem Landsmann Johan-Olav Botn die Show stahl. Dessen Olympiasieg inklusive des Gedenkens an den verstorbenen Teamkollegen Sivert Guttorm Bakken verkam zu einer Randnotiz. Mit seiner fragwürdigen Aktion schaffte es Laegreid sogar in die US-Late-Night-Show von Jimmy Kimmel, wo sich der Starmoderator mit Schauspieler Nick Kroll über ihn lustig machte.

Laegreid stichelt gegen Jacquelin zurück

Laegreid landete am Ende nur 0,2 Sekunden vor Jacquelin, der bei wenig winterlichen Temperaturen mit kurzen Ärmeln an den Start gegangen war, und teilte ebenfalls verbal aus. „Ich weiß nicht, was mit Jacquelin los war. Hat er angehalten, um das Publikum zu grüßen?“, fragte Laegreid bei VG auch nicht ganz ernst gemeint. Der Franzose hatte auf seiner Schlussrunde viel Zeit verloren.

Die Antwort folgte mit Blick auf das nächste Rennen in der Verfolgung am Sonntag (11.15 Uhr/ZDF und Eurosport) sofort. „Ich werde ihn vernichtend schlagen, dann sehen wir weiter“, sagte der Franzose, dem auch eine sensationelle Schnellfeuereinlage im Stehendschießen nicht ganz zur Medaille reichte.

Noch weniger Chancen hatten die Deutschen. Selbst ohne die Strafrunde mit dem letzten Schuss hätte es der eigentlich laufstarke Horn nicht unter die Top drei geschafft. „Die letzte Runde war nicht genug im Tank, da bin ich ganz schön gestorben“, sagte Horn. „Der letzte Fehler ärgert mich brutal, beim letzten Schuss war ich schon wieder ein bisschen auf der Strecke.“

Nach zehn Kilometern hatte Horn ganze 1:09,2 Minuten Rückstand auf den neuen Olympiasieger, dahinter holte der Norweger Vetle Sjaastad Christiansen Silber. Und das bei nur einer Strafrunde, die gut 22 bis 23 Sekunden kostet. In der Laufzeit kassierte er von Maillet fast 43 Sekunden, dabei liegen ihm die Strecken in der Höhe von 1.600 Metern. „Im Ziel war ich bei den Zeiten schon ein bisschen geschockt“, sagte Horn.

Er ist damit dennoch der einzige Deutsche, der in der Verfolgung noch Chancen auf eine gute Platzierung hat. „Mit einem guten Schießen ist noch was möglich“, sagte Horn, der sich nach dem schlechten Einzel als 40. und sechs Fehlern rehabilitierte.

Der Allgäuer Philipp Nawrath war an seinem 33. Geburtstag nach drei Strafrunden als 26. (+1:52,9 Minuten) der Schlechteste des DSV-Quartetts. Der Einzel-Fünfte hatte zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärter gehört.

Auch für David Zobel als 19. (+1:41,8 Minuten) und Justus Strelow als 23. (+1:46,4 Minuten) geht es im Jagdrennen nur noch um Ergebniskosmetik. „Die Ausgangsposition für den Verfolger ist nicht ganz leicht. Ich hoffe, dass ich mich mit einem guten Schießen noch verbessern kann“, sagte Strelow.

Machen es Preuß und Co. besser?

Die deutschen Frauen kämpfen am Samstag (14.45 Uhr/ARD und Eurosport) im Sprint um die nächsten Medaillen. Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß gehört erneut zu den Mitfavoritinnen und führt das Quartett an, zu dem auch die Einzel-Vierte Vanessa Voigt sowie Janina Hettich-Walz und Olympia-Debütantin Julia Tannheimer gehören.

© dpa-infocom, dpa:260213-930-683332/6


Von dpa
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