Wadephul auf Krisenreise überraschend in Israel | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 10.03.2026 14:50, aktualisiert am 10.03.2026 14:58

Wadephul auf Krisenreise überraschend in Israel

Thema sind unter anderem die Zerstörungen durch den Iran-Krieg. (Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa)
Thema sind unter anderem die Zerstörungen durch den Iran-Krieg. (Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa)
Thema sind unter anderem die Zerstörungen durch den Iran-Krieg. (Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa)

Eineinhalb Wochen nach Beginn des Iran-Krieges ist Außenminister Johann Wadephul zu einem Solidaritätsbesuch nach Israel gereist. In Jerusalem kam der CDU-Politiker zu Gesprächen mit seinem Amtskollegen Gideon Saar zusammen. Der Besuch war aus Sicherheitsgründen bis zu dem Treffen geheim gehalten worden. 

Wadephul ist der erste europäische Außenminister, der das Land seit Kriegsbeginn am 28. Februar besucht. Israel und die USA hatten den Iran am 28. Februar angegriffen. Israel fühlt sich durch das iranische Raketen- und Atomprogramm in seiner Existenz bedroht. Auch die USA verweisen auf die Bedrohung durch die iranische Führung.

Wegen der erhöhten Gefährdungslage angesichts der andauernden Angriffe Irans und der libanesischen Hisbollah-Miliz mit Raketen und Drohnen auf Israel reiste der Minister nicht wie sonst üblich mit einem Airbus der Flugbereitschaft der Bundeswehr an, sondern mit einem Militär-Transportflugzeug der Bundeswehr vom Typ A400M. 

Wadephul besichtigt Zerstörung durch iranische Raketen

Zu Beginn seines Besuches in Israel informierte sich Wadephul in der Stadt Beit Schemesch westlich von Jerusalem über Zerstörungen durch einen verheerenden iranischen Raketenangriff. Dabei wurde er von Saar begleitet. 

Bei dem Raketeneinschlag in der Stadt in der Nähe der Bahnstrecke von Tel Aviv nach Jerusalem wurden am 1. März neun Menschen getötet und rund 50 weitere verletzt. Der Angriff gilt als der mit der höchsten Opferzahl in Israel seit Beginn des Iran-Krieges. In Israel gab es bislang 13 Tote im Zuge der Raketenangriffe.

In Beit Schemesch berichtete eine Frau mit dem Vornamen Smadar über den Angriff mit einer ballistischen Rakete, bei dem ihr Wohnhaus zerstört und ein Schutzraum voll getroffen worden war. Die Frau konnte ihre Kinder retten, ihr Ehemann kam bei dem Angriff ums Leben. Eindrücklich schilderte sie die Momente der Attacke: „Alles ist auf uns heruntergefallen. Es war dunkel, wir hatten keine Luft, um zu atmen.“ Bei dem Angriff sei nicht nur ihr Haus zerstört worden, sondern alle Erinnerungen mit ihm, sagte die Frau unter Tränen. „Alles ist weg, die Erinnerungen, die Bilder, alles ist verbrannt.“

In Israel kamen im Zuge der aktuellen Raketenangriffe vor allem aus dem Iran insgesamt bislang 13 Menschen ums Leben. Das israelische Gesundheitsministerium meldete zudem mehr als 2.300 Personen, die in Krankenhäusern behandelt worden seien. Berichten zufolge sind darunter neben durch Raketenangriffe Verletzten auch viele Menschen, die sich auf dem Weg in Schutzräume verletzt haben. Zudem werden auch Personen gezählt, die wegen Angstzuständen, ausgelöst durch die Angriffe, behandelt wurden.

Wadphul auf Solidaritätsreise zunächst auf Zypern

Am Vormittag hatte Wadephul auf der Mittelmeerinsel Zypern mit seinem Kollegen Konstantinos Kombos über die Konsequenzen aus dem Krieg beraten. Zypern ist der EU-Staat, der der Krisenregion im Nahen Osten geografisch am nächsten liegt. Die Insel im östlichen Mittelmeer liegt nur etwa 150 bis 250 Kilometer vom Libanon und Israel entfernt. Der Nato gehört Zypern nicht an.

Merz hatte vor wachsenden Risiken des Iran-Kriegs gewarnt

Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Freitag erklärt, die Bundesregierung teile die Ziele der USA und Israels, die das iranische Nuklear- und Raketenprogramm, Teherans Bedrohung Israels sowie seine Unterstützung von Terrorismus beträfen. Mit zunehmender Dauer und Ausweitung der Kämpfe sehe man aber auch wachsende Risiken. Ein endloser Krieg sei nicht in deutschem Interesse. Merz warnte vor weitreichenden Folgen für Europa, unter anderem in den Bereichen Sicherheit, Energieversorgung und Migration. 

In der Bundesregierung gibt es unter anderem Sorgen angesichts der sprunghaft gestiegenen Spritpreise infolge des Iran-Krieges. Zudem fürchtet man, dass hohe Energiepreise die Wirtschaftsentwicklung negativ beeinflussen.

© dpa-infocom, dpa:260310-930-796400/2


Von dpa
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