Wanderung zum Osterfeuer nach Detwang: Die reinigende Kraft der Ostara | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 21.04.2025 19:55

Wanderung zum Osterfeuer nach Detwang: Die reinigende Kraft der Ostara

Das zeitweise schlechte weil nasskalte Wetter hielt die Leute nicht davon ab, das Osterfeuer in Detwang zu genießen. Für Verpflegung war auch gesorgt. (Foto: Ulrich Schwandt)
Das zeitweise schlechte weil nasskalte Wetter hielt die Leute nicht davon ab, das Osterfeuer in Detwang zu genießen. Für Verpflegung war auch gesorgt. (Foto: Ulrich Schwandt)
Das zeitweise schlechte weil nasskalte Wetter hielt die Leute nicht davon ab, das Osterfeuer in Detwang zu genießen. Für Verpflegung war auch gesorgt. (Foto: Ulrich Schwandt)

Die Stadt Rothenburg und die Ortsgruppe des Hotel- und Gaststättenverbands (BHG) hatten am Ostersonntag erstmals zu einer Wanderung zum Osterfeuer nach Detwang eingeladen. Bisher war das Osterfeuer für die Gäste der Stadt an der Reutsächser Steige abgebrannt worden.

Andreas Kaiser ist der Vorsitzende des Dorfvereins Detwang. Seit vielen, vielen Jahren sei es in Detwang gute Tradition, ein Osterfeuer auf der großen Wiese nahe der Tauber zu errichten, mit stets großem Zuspruch. Der Verein habe positiv auf die Anfrage der Stadt reagiert, denn es sei durchaus sinnvoll, ein gemeinsames Osterfeuer abzubrennen.

Kaiser hatte Fackeln vorbereitet, denn die Wandergruppe sollte den Holzstoß entzünden. Diesen habe die Stadt am Vortag noch einmal komplett umgesetzt, damit möglichst keine Tiere zu Schaden kommen. Auch habe man Kartons für die bessere Entflammbarkeit an mehreren Stellen eingearbeitet.

Feuer ohne Probleme entzündet

Um 19.30 Uhr machte sich dann die mehr als 100 Personen umfassende Wandergruppe unter der Führung von Harald Krasser vom Marktplatz aus entlang der Riviera über die Kobolzeller Steige auf den Weg in Richtung Detwang. Nach gut einer Dreiviertelstunde hatte sie ihr Ziel erreicht – bei strömendem Regen. Die Gruppe wurde von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern aus der näheren Umgebung und natürlich den Menschen aus Detwang schon sehnsüchtig erwartet.

Die Helfer reichten ihnen die Fackeln. Zum Glück war der Holzstoß von innen her gut trocken, ließ sich trotz des Regens problemlos von der Süd-West-Seite aus entzünden. Nach nur 15 Minuten leuchtete das Osterfeuer in seiner ganzen Pracht und spendete durch die lodernden Flammen angenehme Wärme, zur Freude aller, denn inzwischen hatte es aufgehört, zu regnen.

Die Ortsgruppe des BHG hatte Leberkäse- und Käsebrötchen vorbereitet, und auch Getränke gab es für jeden Geschmack. Damit wurde das Osterfeuer zu einem Gemeinschaftserlebnis in toller Atmosphäre.

Suche als Rallye durch die Altstadt

Zahlreiche Mythen und Legenden ranken sich um die Osterfeuer. In der christlichen Tradition steht es symbolisch für die Auferstehung Jesu, als Licht der Welt, deshalb wird es auch an einem der Ostertage entzündet. Doch der Brauch ist schon viel älter, hat wohl einen heidnischen Ursprung. Das Osterfeuer soll die bösen Geister des Winters vertreiben und den Frühling willkommen heißen. Und es ist ein Symbol für Sonne und Leben. In der germanischen Mythologie wurde die Göttin des Frühlings und der Morgenröte – Ostara – mit Feuer und Licht in Verbindung gebracht. Oft wird dem Feuer auch eine reinigenden Kraft zugeschrieben.

Ebenfalls am Ostersonntag, allerdings bereits am Vormittag, hatte sich die Rothenburger Altstadt „bei strahlendem Sonnenschein in ein Entdeckerparadies für Kinder“ verwandelt, wie die Ortsgruppe des Hotel- und Gaststättenverbands mitteilt. Die Gruppe hatte eine Ostereiersuche als Rallye durch die Altstadt organisiert. „Ein neues Format, das auf große Begeisterung stieß.“

Rund 130 Kinder mit ihren Eltern beteiligten sich, so die Organisatorinnen in ihrer Mitteilung. Die Idee und Umsetzung der Aktion stammen maßgeblich von Lissy Berger (Romantik Hotel Markusturm), Isabella Winterkamp (Hotel Sonne), Thea Klatte (Burghotel und Hotel Burggartenpalais) und Ariane Germann-Deeg (Rothenburger Hof).

Mit Entdeckungskarte durch die Gassen

Sie schreiben: „Ausgestattet mit einer liebevoll gestalteten Entdeckungskarte begaben sich die kleinen Teilnehmer vom Burgtor-Theater aus auf eine spannende Suche nach sechs versteckten, bunt bemalten Ostereiern. An jedem Fundort konnten die Kinder ein Ei mit einem Aufkleber auf ihrer Karte markieren. Wer alle Stationen erfolgreich absolvierte, wurde am Burgtor-Theater mit einer süßen Osterüberraschung belohnt.“

Lissy Berger, zweite Vorsitzende der BHG-Ortsgruppe, wird in der Mitteilung so zitiert: „Wir sind unglaublich stolz auf das, was wir als Team auf die Beine gestellt haben.“ Und: „Sechs Wochen intensiver Vorbereitung liegen hinter uns – und all die Mühe hat sich gelohnt, wenn man in so viele glückliche Kinderaugen blickt.“ Die Aktion sei von zahlreichen lokalen und regionalen Sponsoren unterstützt worden.


Von Margit Schwandt
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